Der grösste US-Autohersteller General Motors (GM) hat im vierten Quartal überraschend viel verdient. Der Reingewinn stieg um mehr als einen Fünftel auf 1,1 Milliarden Dollar, wie das Unternehmen mitteilte. Das ist deutlich mehr als Analysten erwartet hatten.

Im vorbörslichen US-Handel verteuerten sich die GM-Aktien daher um knapp vier Prozent. Dies obwohl der Umsatz leicht zurückging und noch 39,6 Milliarden Dollar betrug. Das Management hatte den Aktionären jedoch zugesagt, die Dividende um 20 Prozent zu erhöhen.

Schwaches Europa-Geschäft

Positiv wurde zudem aufgenommen, dass sich der Skandal um defekte Zündschlösser, durch den General Motors 2014 in die Schlagzeilen geraten war, nicht mehr so stark auf die Bilanz auswirkte.

In Europa steckt General Motors, Mutterkonzern von Opel, allerdings weiter in der Verlustzone fest. Hier fiel im Schlussquartal ein operatives Minus von 400 Millionen Dollar an. Im Gesamtjahr 2014 betrug das Minus in Europa fast 1,4 Milliarden. Damit hat sich der Verlust im Vergleich zum Vorjahr deutlich erhöht. Damals verloren die Amerikaner in Europa 869 Millionen.

Opel macht den Grossteils des Europa-Geschäfts von GM aus. Dass dieses das Jahresergebnis derart belastete, liegt am Russland-Geschäft und an den hohen Ausgaben für die Schliessung des Opel-Werks in Bochum.

700 Millionen für Stilllegung des Bochum-Werks

Allein die Sonderkosten für die Werksschliessung in Bochum machten die Hälfte der 1,4 Milliarden Dollar Verlust im Europageschäft aus. Weitere 200 Millionen kosteten Wechselkursschwankungen in Russland. «Zudem haben wir 2014 rund 20 Prozent weniger Autos in Russland verkauft als noch im Jahr zuvor», sagte Opel-Chef Karl-Thomas Neumann.

Der Opel-Chef sagte aber auch, die deutsche Tochter habe Fortschritte erzielt und sei auf gutem Wege, 2016 wieder profitabel zu werden. Die Europa-Marken Opel und Vauxhall hätten im vergangenen Jahr 1,07 Millionen Fahrzeuge verkauft. Mit dem Zuwachs von 3,4 Prozent sei der Branchenschnitt deutlich übertroffen worden. «Unser Marktanteil stieg auf 5,75 Prozent», sagte Neumann.

(sda/dbe/ama)
 

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