Der US-Autohersteller General Motors wehrt sich vor einem weiteren Gericht gegen Klagen im Zusammenhang mit den Massenrückrufen wegen defekter Zündschlösser. Das Unternehmen beantragte am Montag auch bei einem Insolvenzgericht in New York, vor Klagen mutmasslich Geschädigter geschützt zu werden.

Die Opel-Mutter ist der Ansicht, dass sie für Vorfälle vor dem Jahr 2009, als das Unternehmen aus der Insolvenz kam, nicht belangt werden kann, weil sie inzwischen rechtlich ein neues Unternehmen sei. Ansprüche, die sich auf die Zeit vor 2009 bezögen, müssten daher an die Überbleibsel der alten GM gerichtet werden. Geschädigte forderten hingegen in einer neuen Sammelklage, dass sich das neue Unternehmen wegen der Schäden verantworten müsse und nicht durch das Insolvenzrecht geschützt werde. Sie werfen GM vor, in betrügerischer Absicht Informationen zu den Mängeln zurückgehalten zu haben.

Investoren erhoffen sich Aufschluss über die Kosten

Weder GM noch die Kläger waren zunächst für eine Stellungnahme zu erreichen. Bereits vergangene Woche beantragte GM vor Gerichten in Südtexas und Kalifornien die Aussetzung von Klagen. Das Unternehmen legt am Donnerstag seine Geschäftszahlen für das abgelaufene Quartal vor. Investoren erhoffen sich dabei einen Einblick, wie teuer den Konzern die Rückrufe zu stehen kommen. Bei Unfällen, die durch die defekten Zündschlösser ausgelöst wurden, kamen mindestens 13 Menschen ums Leben. Bislang wurden 2,6 Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten zurückgerufen.

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Seit Beginn der Rückrufaktion wurden Dutzende Klagen gegen GM eingereicht. Die US-Verkehrsaufsicht untersucht zudem, warum GM mit dem Rückruf wartete, obwohl die Probleme mit den Zündschlössern seit mehr als zehn Jahren bekannt waren.

In dem Rückruf-Skandal droht auch dem deutschen Autozulieferer Continental Ärger. In einer bei einem Bundesgericht eingereichten Klage wird die US-Tochter beschuldigt, von ihr für GM produzierte Airbags hätten nicht funktioniert, wenn sich die Zündung abschaltete. Das Unternehmen prüfe nun die Klage, sagte eine Sprecherin. Auch gegen andere Zulieferer wird geklagt. 

(reuters/me)