Auch wenn der Abschwung – wie von verschiedenen Konjunkturauguren in den letzten Tagen angekündigt – das erfreuliche Wachstum der Baubranche in den letzten Jahren brechen könnte, so braucht man um die hiesigen General- (GU) und Totalunternehmer (TU) keine Angst zu haben. Sie, allen voran die 22 im Verband Schweizerischer Generalunternehmer (VSGU) zusammengefassten Branchenleader, haben sich in den letzten Jahren derart fit getrimmt, dass sie den negativen Einflüssen des Konjunkturzyklus widerstehen können. Die Sättigungstendenzen im Wohnungsbau, die stagnierenden Umsätze im Wirtschaftsbau und die generell rückläufigen Baubewilligungen machen jenen Anbietern, die ihr Credo in der Gesamtdienstleistung sehen, vorläufig kein Bauchweh. Im Gegenteil: Deutet die im Vormonatsvergleich im August 2007 um 11,7% gesunkene Zahl von Baugesuchen und -bewilligungen wirklich die spürbare Abkühlung für die Bauwirtschaft an, so werden die GU-/TU-Dienstleistungen in Zukunft noch stärker nachgefragt. Termin- und Kostentreue sind ihre überzeugenden Vorteile.

2007 wird ein gutes Jahr

Die VSGU-Mitgliedfirmen weiteten 2006 ihren Umsatz in der Schweiz um 13,3% auf 5,671 Mrd Fr. aus; der Rückgang von 15,8% auf marginale 133 Mio Fr. im Ausland fiel nicht ins Gewicht; beschäftigt wurden im Inland 1898 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen (+7,2%).
Bedeutungsvoll, und im Hinblick auf einen möglichen Konjunkturabschwung beruhigend, ist der Auftragsbestand: Dieser lag zu Beginn dieses Jahres gesamthaft bei 8,1 Mrd Fr. Dieses «Polster» sorgt dafür, dass die GU/TU den Geschäftsverlauf 2007 im Vorjahresvergleich als «unverändert» einschätzen, was als «unverändert gut» interpretiert werden kann. Der Zenit des Konjunkturaufschwungs hingegen sei erreicht, glauben die meisten GU/TU.
Bei einem gesamtschweizerischen Bauvolumen von 50,2 Mrd Fr. liegt der Marktanteil der VSGU-Firmen bei 11,3%; das sind 1,2% mehr als zwölf Monate zuvor. Die allerdings im Vergleich mit dem Ausland noch immer tiefe Marktdurchdringung lässt Hoffnung aufkommen, dass Gesamtleistungsangebote in Zukunft noch stärker nachgefragt und zunehmend akzeptiert werden. Potenzial ist vor allem bei der öffentlichen Hand zu orten. Diese entdeckt zwar sukzessive die Vorteile der Zusammenarbeit mit den GU/TU. Vielfach bleiben die öffentlichen Bauherren aber noch auf halbem Weg stehen. Weil eigene Abteilungen beschäftigt werden müssen!