Der scharfe Sparkurs bei der Ratiopharm-Muttergesellschaft Teva zahlt sich aus. Der weltgrösste Hersteller von Nachahmer-Arzneien baute im dritten Quartal seinen Überschuss um gut 23 Prozent auf 876 Millionen Dollar aus, wie Teva am Donnerstag mitteilte.

«Wir haben unsere Rentabilität in allen Geschäften verbessert, vor allem im weltweiten Generikageschäft», erklärte Konzernchef Erez Vigodman. Dort habe sie um 40 Prozent binnen Jahresfrist zugenommen. Das Unternehmen sei auf Kurs, bis Jahresende wie geplant die Kosten um etwa 650 Millionen Dollar zu senken. Teva hatte unter anderem mehrere Werke geschlossen. Der Ulmer Generikahersteller Ratiopharm gehört seit 2010 zu dem israelischen Unternehmen.

Copaxone ist ein Renner

Der Konzernumsatz von Teva stagnierte im abgelaufenen Quartal bei 5,1 Milliarden Dollar. Rund lief es im Geschäft mit der Multiple-Sklerose-Medizin Copaxone. Die Umsätze mit dem Mittel, das unter anderem im Wettbewerb mit dem Bayer-Präparat Betaferon und der Merck-Arznei Rebif steht, nahmen um fünf Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar zu.

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Copaxone steht immerhin für 20 Prozent der Konzernumsätze und für 50 Prozent des Konzerngewinns. Dem Mittel droht in den kommenden Jahren Konkurrrenz durch Nachahmer-Mittel. Zudem steht es bereits im Wettbewerb mit neueren Arzneien, die als Tablette eingenommen werden. Copaxone muss gespritzt werden.

Aktienrückkaufprogramm wird intensiviert

Um die Aktionäre bei der Stange zu halten, kündigte Konzernchef Vigodman ausserdem an, das laufende Aktienrückkaufprogramm mehr als zu verdoppeln. Es soll nun um 1,7 Milliarden Dollar auf drei Milliarden Dollar aufgestockt werden.

Für das Gesamtjahr stellte Teva jetzt einen bereinigten Gewinn je Aktie von 5,00 bis 5,10 Dollar in Aussicht. Bislang wurden 4,90 bis 5,10 Dollar erwartet. Beim Gewinnziel geht Teva davon aus, dass dieses Jahr noch keine Generika-Kopien für Copaxone auf den Markt kommen.

(reuters/gku)