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Luftfahrt
Genfer Flughafen als Hotspot für Privatjets

Die Schweiz ist ein Hub für die Businessfliegerei. Die Verbindung Paris-Genf ist sogar die meistgeflogene Strecke, wie ein Branchenreport zeigt.

Von Gabriel Knupfer
am 16.12.2015

Lange hat die Businessfliegerei unter der Finanzkrise gelitten. Doch 2015 glaubt die Branche den Umschwung endlich geschafft zu haben. Und mittendrin im Milliardengeschäft mit der exklusiven Privatfliegerei mischt die Schweiz mit. Der Flughafen Genf gehört zu den absoluten Zentren für private Flugreisen, sowohl was einzelne Strecken anbelangt, als auch bezüglich der Abflüge insgesamt. Das zeigt ein neuer Branchenreport des Charterservice Victor.

Wie wichtig die Schweiz für die Branche ist, zeigt sich an den Vorjahreszahlen: Mit 17'742 Abflügen lag Genf 2014 vor illustren Flughäfen wie Nice Côte D’Azur, London Luton und Moskau-Wnukowo. Einzig Paris Le Bourget konnte noch mehr Charter- und Privatflüge verzeichnen als der Flughafen an der schweizerisch-französischen Grenze. Kein Wunder, dass auch die meist geflogene Verbindung genau diese beiden Flughäfen miteinander verbindet.

Paris Le Bourget nach Genf

Rund 1900 private Flüge von Paris Le Bourget nach Genf und ebensoviele in der Gegenrichtung machen das Städtepaar mit grossem Vorsprung zur wichtigsten Privatjet-Verbindung. Dahinter folgen Flüge von Mailand nach Rom und von Nizza nach Moskau, von denen es 2014 jeweils knapp 1200 gab.

Insgesamt finden sich unter den Top 30 Städtepaarungen acht Flüge von oder nach Genf. Wichtige Strecken führen vor allem im Sommer in den Mittelmeerraum, so etwa nach Nizza, Cannes, Ibiza oder Olbia. Dank Genf und auch Zürich (Platz 6 bei den Flughäfen) war die Schweiz 2014 der fünftgrösste Markt für die Privatfliegerei in Europa und dies noch vor grossen Ländern wie Spanien, Russland oder Holland.

Wehrmutstropfen Frankenstärke

Trotz der insgesamt starken Position im Markt gibt es aber auch einen Wehrmutstropfen für die Schweiz. Die Zahlen für das erste Halbjahr 2015 zeigen einen Rückgang der Flüge um mehr als 5 Prozent, während der Markt in Westeuropa auf Jahressicht um 3 Prozent zugelegt hat. Grund für die Schwäche sei der starke Franken, so Victor. «Die Aufwertung hatte einen direkten Einfluss auf die Privatflüge».

Einen richtiggehenden Einbruch gab aber es in Osteuropa. Aus Russland hoben fast ein Viertel weniger Privatflieger ab und in der Ukraine schrumpfte der Markt sogar um mehr als die Hälfte. Angesichts des ersten Anstiegs im Gesamtmarkt seit der Finanzkrise 2008 sieht die Branche Grund zum Optimismus. «Der Privatjet-Markt in Europa ist endlich wieder im Aufwind», lässt sich Richard Koe von WingX Advance zitieren und bezieht sich dabei auf das erwartete Plus von 0,5 Prozent im Jahr 2015.

«Bedeutender Wandel»

«Die Privatjet-Industrie erlebt gerade einen bedeutenden Wandel», so Victor-Chef Clive Jackson. Beim britischen Charterservice ist man zuversichtlich. Mit Apps und Vermittlungsportalen im Internet wollen Victor und andere Charter-Anbieter den Markt aufmischen. Eine Vereinfachung der Zusammenführung von Kunden und Flugzeugen bietet auch in Europa ein grosses Wachstumspotenzial.

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