Das Attentat in Istanbul zeigt erste einschneidende wirtschaftliche Konsequenzen. Die Mediterranean Shipping Company (MSC) aus Genf läuft ab sofort keine türkischen Häfen mehr an. Die grösste privat geführte Kreuzfahrtgesellschaft der Welt begründet dies mit der «zunehmenden Verunsicherung der Passagiere».

Statt der Türkei laufen die Schiffe, die bereits türkische Häfen im Reiseplan hatten, nun Alternativen in Griechenland an.

Milliardenmarkt in Gefahr

Beim Attentat in Istanbul von letzter Woche kamen viele deutsche Touristen ums Leben. Der Terrorakt könnte zum Ziel gehabt haben, die türkische Regierung wegen ihres zunehmend härteren Vorgehens gegen Zellen des Islamischen Staates beim wirtschaftlich wichtigen Tourismussektor zu treffen. Knapp 13 Milliarden Dollar nahm die türkische Reisebranche im Jahr 2015 ein. Wird das Land künftig vermehrt gemieden, wird die bereits arg wankende Wirtschaft noch stärker ins Schlingern kommen.

Satte Subventionen

Nun sollen Subventionen die Tourismus-Branche stützen. Ferienflieger erhielten 6000 Dollar Treibstoff-Zuschuss pro Flug, sagte der türkische Tourismus-Minister Mahir Ünal der Nachrichtenagentur Reuters. Dies gelte für Verbindungen nach Antalya und Alanya in der Südtürkei, Bodrum und Dalaman im Südwesten sowie Izmir an der Ägäis. Die Subventionen würden vorerst nur für Flüge im April und Mai gezahlt.

Zusätzlich wird der Staat die Werbung für die Türkei als Ferienziel massiv erhöhen. Ähnliche Zuschüsse hatte die Türkei bereits 2015 für russische Ferienflieger gezahlt. Damit wollte das Land Massen-Stornierungen in Folge des dramatischen Kursverfalls des russischen Rubel verhindern.

Auf die Frage nach der Sicherheitslage sagte der Minister, sein Land habe die Vorkehrungen in den Tourismus-Gebieten verdreifacht. «Die Tourismus-Regionen sind sicher», versuchte Ünal gegenüber Reuters zu beschwichtigen: «Istanbul ist eine der sichersten Städte der Welt.» Anschläge wie derjenige in der vergangenen Woche könnten überall passieren.

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