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  3. Für die Genfer MSC ist der Iran wegen der US-Sanktionen tabu

Energie
Genfer Reederei MSC kappt Beziehung zum Iran

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MSC-Tanker: Der Genfer Konzern ist die Nummer zwei in der Branche nach Maersk.Quelle: Gallo Images/Getty

Iran transportiert sein Öl nun selber. Denn Reedereien scheuen den Kontakt mit dem sanktionierten Land. Das gilt auch für die Genfer MSC.

Veröffentlicht am 21.08.2018

Wegen der US-Sanktionen rücken Iran und China im Öl-Geschäft noch enger zusammen. China lässt Öl-Importe inzwischen fast ausschliesslich über iranische Tanker abwickeln, wie Schifffahrts-Daten von Thomson Reuters zeigen. Im Juli gehörten alle 17 gecharterten Tanker der iranischen Staatsreederei NITC.

Mehrere Vertreter chinesischer Import-Gesellschaften sagten zudem, dass die Versicherung von Fracht und Tankern jetzt ausschliesslich vom Iran garantiert werde.  «Das ist vor kurzem vereinbart und umgesetzt worden», sagte der Vertreter einer chinesischen Handelsgesellschaft.

MSC kappt Beziehungen

Das internationale Versicherungsgeschäft ist weitgehend in den Händen von US-Konzernen oder solchen mit Sitz in Europa. Diese ziehen sich wegen des US-Drucks aus dem Iran zurück. Auch der Genfer Gigant MSC hat seine Geschäftsbeziehungen zur islamischen Republik gekappt. Seit Mai nimmt die weltweit zweitgrösste Reederei keine Aufträge mit Verbindungen zum Iran mehr entgegen – eine Ausnahme macht MSC nur bei von den US-Sanktionen ausgenommenen Produkten wie Lebensmittel.

MSC war nach dem Abschluss des Atomabkommens 2015 wieder ins Geschäft mit dem Iran eingestiegen. Der Genfer Konzern wickelte die Aufträge in erster Linie über den Tiefseehafen Dschabal Ali bei Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten ab.

Trump stellte sich gegen den Atomdeal

Die USA hatten das Atom-Abkommen mit dem Iran im Mai gekündigt und Sanktionen in verschiednen Bereichen in Kraft gesetzt, um den Iran zu einem umfassenderen und restriktiveren Atom-Abkommen zu zwingen. Zugleich hat US-Präsident Donald Trump deutlich gemacht, dass jedem, der mit dem Iran Geschäfte mache, Geschäftstätigkeit in den USA verwehrt werde. Wegen der weit grösseren Bedeutung des amerikanischen Marktes ziehen sich daher zahlreiche Unternehmen aus dem Iran zurück.

Das Öl-Geschäft soll ab November in die Sanktionen aufgenommen werden. Es ist für den Iran die wichtigste Einnahmequelle und China ist der grösste Kunde. Die Käufe belaufen sich monatlich auf geschätzt 1,5 Milliarden Dollar.

Das System auf iranische Schiffe und auf iranische Versicherungen zu setzen, hatten China und Iran bereits zwischen 2012 und 2016 erprobt. In der Zeit vor dem Atom-Abkommen sollten so die umfassenden westlichen Sanktionen umgangen werden.

(reuters/mbü)

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