Der grösste

italienische Schuhhersteller Geox knüpft grosse Hoffnungen an den Einstieg ins Sportschuhgeschäft. «Ich glaube daran, dass wir eine der grössten Marken der Welt werden. Vielleicht sogar die Nummer eins», sagt Gründer und CEO Mario Polegato am Rand einer Produktvorstellung in Mailand.

Der Optimismus des Erfinders der atmungsaktiven Schuhsohle rührt von stetig wachsenden Absatzzahlen her. Im vergangenen Jahr wuchs der weltweite Verkauf von 16 auf 21 Mio Paar Schuhe. Der Umsatz stieg um 25% auf 770 Mio Euro. 2008 soll die Umsatzmilliarde fallen. Dazu soll auch der Absatz der neuen Sportschuhe beitragen. Bis 2010 will Polegato davon jährlich 5 Mio Paar verkaufen.

Mit Konkurrenten wie Nike oder Adidas, die den Markt dominieren, kann das 1995 gegründete Unternehmen allerdings noch längst nicht mithalten. Adidas produzierte im Geschäftsjahr 2007 rund 212 Mio Paar Schuhe und setzte allein damit rund 5 Mrd Euro um.

Unterschied liegt in der Atmung

Geox-Chef Polegato lässt sich davon nicht abschrecken: «Unsere Schuhe unterscheiden sich positiv von denen der Konkurrenz», erklärt er selbstbewusst. «Die klassischen Sportschuhhersteller haben sich bislang kaum mit atmungsaktiven Sohlen auseinandergesetzt.»

Seine Erfindung und jede kleinste Weiterentwicklung hat sich Polegato patentieren lassen. Konkurrenten können die Sohle, die kein Wasser in den Schuh hineinlässt, aber durch eine Membran Feuchtigkeit von innen nach aussen abgibt, sodass der Fuss trocken bleibt, also nicht nachbasteln. Bisher hatte Geox dieses Belüftungsprinzip nur bei klassischen Lederschuhen angewandt. Mit der Sportschuhkollektion erweitert der Konzern erneut das Sortiment, das bereits seit zwei Jahren ausser Schuhen auch atmungsaktive Kleidung wie Jacken und Shirts beinhaltet.

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Lediglich 6,7% des Konzernumsatzes macht Geox zurzeit mit Bekleidung. Langfristig soll aber ein ähnlich grosser Umsatz wie mit Schuhen erzielt werden. «Wir bauen auch diesen Geschäftszweig sehr stark aus», so Polegato. Accessoires wie Sonnenbrillen oder Taschen werde es aber nicht geben. Die Strategie sei, Funktionsbekleidung zu produzieren. Wir legen unseren Schwerpunkt auf Technik und Innovation, nicht auf Mode», so der Geox-Chef.

Das Geschäft soll auch in Deutschland ausgebaut werden. Auf dem zweitgrössten Markt nach Italien realisiert der Konzern 12,4% des Gesamtumsatzes. Insgesamt werden im Ausland 60% des Umsatzes erwirtschaftet. Es ist geplant, die Anzahl der deutschen Geox-Läden 2008 von 30 auf 70 zu erhöhen. Die Sportschuhkollektion soll noch in diesem Jahr in allen deutschen Filialen erhältlich sein. Ab Frühjahr 2009 werden auch verschiedene Schuhketten die neuen Produkte anbieten. Bei erfolgreichem Marktstart plant Geox mit den Sportschuhen den Sprung nach Asien und in die USA.