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Gepflegt ins Gelände

GELÄNDEWAGEN: Offroader haben in der Schweiz einen beispiellosen Aufschwung hinter sich. Für den Einsatz abseits der Strassen sind diese Fahrzeuge aber meist viel zu schade, zudem viel zu teuer, um ih

Von Michael Rehsche
am 26.11.2002

Geländewagen werden heute eher mit Komfort und Sicherheit, denn mit wilden Querfeldeinfahrten in Verbindung gebracht, hat sich doch der Zweck der auf dem Schweizer Markt erhältlichen allradgetriebenen, geländegängigen Fahrzeuge in den letzten 20 Jahren gründlich geändert. Aus einem Arbeitspferd, meist von Landwirten und Handwerkern benutzt, ist vielfach ein Luxusfahrzeug geworden.

In der Schweiz ist die Entwicklung auf dem Markt tendenziell ähnlich wie in den USA verlaufen, wenn auch auf einer viel tieferen Volumenebene. In den Vereinigten Staaten sind fast die Hälfte der verkauften Autos grosse Geländewagen. In der Schweiz entfielen vor rund 15 Jahren noch knapp 5000 Einheiten auf dieses Segment, im Jahr 2000 waren es über alle Klassen gesehen 23000, letztes Jahr gar 26000, darunter 12000 schwere Wagen, teilweise ausgestattet mit Reduktionsgetriebe.

Die Preisspanne in diesem Segment ist sehr gross. Deshalb sind potenzielle Kunden gut beraten, wenn sie Preise und Ausstattung genau vergleichen. Auf dem Markt der so genannten Fun-Cruiser halten asiatische Hersteller ein breites Angebot mit recht attraktiven Preisen bereit. So ist der Top-Seller in diesem Segment bereits ab 33100 Fr. erhältlich, und damit lässt er sich ohne weiteres mit einem Kombi-Modell europäischer Hersteller vergleichen.

Dieselmotoren stark gefragt

Wer sich mit dem Gedanken trägt, einen Geländewagen, egal welcher Kategorie, zu kaufen, sollte sich zudem erkundigen, ob ein Dieselmotor erhältlich ist. Diese Triebwerke senken den Treibstoffverbrauch drastisch. So verbraucht ein schwerer Geländewagen mit Dieselmotor nach der EU-Norm meist nicht mehr als 12 bis 14 l, während ein Benziner gut 16 bis 20 l schluckt. Die kleineren Fun-Cruiser mit Dieselmotoren weisen bereits Verbrauchswerte auf (8 bis 10 l), die sich ohne weiteres mit denen von Mittelklasselimousinen vergleichen lassen.

Einen bedeutenden Marktanteil belegen die kleineren, so genannten Fun Cruiser, ebenfalls ausgestattet mit Allradantrieb, aber meist ohne Reduktionsgetriebe. Sie erfreuen sich, besonders bei jüngeren Leuten oder Familien, grosser Beliebtheit, denn ihr Stauraum hat, dank umklappbarer Sitzbank sowie einem höheren Karosserieaufbau, um einiges mehr an Volumen zu bieten als eine Limousine. Und vom Preis her unterscheiden sie sich kaum von einem gut ausgestatteten Kombi.

In der Klasse der Fun-Cruiser dominieren eindeutig die Japaner (siehe Tabelle). Einzig der Land Rover Freelander hält die europäische Fahne hoch. Etwas anders sieht es bei den schweren und mittelschweren Geländewagen aus ­ treffender wäre in vielen Fällen wohl der Ausdruck grossräumige Luxusfahrzeuge. Denn an der Spitze liegen mit dem Mercedes ML und dem Jeep Grand Cherokee zwei Fahrzeuge aus dem oberen Preissegment. Auch die anderen aufgeführten Fahrzeuge werden von ihren Besitzern kaum im Gelände strapaziert. Denn wer will schon Schrammen und Beulen im Blech eines Autos, das den grössten Posten im Haushaltsbudget ausmacht. Dasselbe wird in Zukunft wohl für zwei Neuheiten, die am Pariser Automobilsalon gezeigt worden sind, gelten: Der Porsche Cayenne wie der VW Tuareg, beide Fahrzeuge werden noch dieses Jahr in die Showräume der Händler rollen. Die Entwicklung der letzten 15 Jahre zeigt also eindeutig, dass aus den einstigen «Arbeitstieren» komfortable, wenn nicht sogar luxuriöse Fahrzeuge geworden sind. Das Angebot an grossen Geländewagen und geländegängigen Fahrzeugen (Fun-Cruiser) umfasst über 40 Modellvarianten. Im Jahr 1995 wurden in der Schweiz 9500 Fahrzeuge aus diesen Segmenten verkauft, im Jahr 2001 waren es mehr als 24000.

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