Mit der Initiative «Shaping Future Transportation» (siehe auch oben) startete der international aktive Daimler-Konzern eine umfangreiche Produktentwicklungsoffensive mit den Schwerpunkten umweltfreundliche Antriebstechnik sowie hoher Kundennutzen der Fahrzeuge. In diese Offensive ist auch die asiatische Tochtergesellschaft von Daimler, die Mitsubishi Fuso Truck and Bus Corporation (MFTBC), eingebunden. Der Hersteller präsentierte in Hannover verschiedene Neuentwicklungen, die alle das Ziel verfolgen, das Nutzfahrzeug noch umweltverträglicher zu gestalten. Eines dieser Modelle ist der Batterie-elektrisch angetriebene Canter E-Cell, welcher am Beispiel eines Fuso Canter 3S13 mit 3,5 t zulässigem Gesamtgewicht vorgestellt wurde. Die Batterien dieses Fahrzeuges, welche vor allem für die emissionsfreie Mobilität in Ballungszentren und anderen umweltsensiblen Gebieten konzipiert sind, sind innerhalb des Fahrgestellrahmens untergebracht. Sie repräsentieren mit Lithium-Ionen-Technik den neuesten Stand der Technik. Ihre Kapazität beläuft sich auf 40 kWh, dies genügt für eine Reichweite von 120 km. Diese Entfernung überschreitet die tägliche Kilometerleistung im Verteilerverkehr oder im städtischen Einsatz von Handwerkern deutlich. Selbst bei völlig entladener Batterie beläuft sich die Ladezeit an der Steckdose des 380-Volt-Netzes auf nur rund 6 Stunden.

Kräftiger Elektromotor

Zwischen den Batterien und der angetriebenen Hinterachse haben die Entwickler den Elektromotor installiert. Er leistet maximal 70 kW und erreicht ein maximales Drehmoment von 300 Nm. Da das höchste Drehmoment eines Elektromotors prinzipbedingt bereits beim Anfahren zur Verfügung steht, sind angemessene Fahrleistungen des Canter E-Cell sichergestellt. Zur Absicherung einer grösstmöglichen Reichweite ist die Höchstgeschwindigkeit auf 80 km/h begrenzt. Auf der IAA stellte Fuso den Canter E-Cell als Fahrgestell mit Fahrerhaus vor. Die Studie Canter E-Cell ist der nächste Schritt nach der Einführung des Fuso Canter Eco Hybrid. Dieser ist mit inzwischen fast 1000 serienmässig hergestellten Exemplaren auf den Strassen Japans, Australiens, Hongkongs, Irlands sowie während eines Flottentests in der britischen Hauptstadt London unterwegs. Im Rahmen des Flottentests in London haben zehn Canter Eco Hybrid in neun Fuhrparks inzwischen in zwei Jahren zusammen rund 350000 km im Kundeneinsatz zurückgelegt.

Das Zwischenfazit nach zwei von drei Jahren ist positiv: Die Hybridtechnik arbeitet unproblematisch und stabil. Das trifft sowohl auf die Zuverlässigkeit aller hybridspezifischen Komponenten einschliesslich der Lithium-Ionen-Batterien zu als auch für Bedienung und Wartung. Je nach Einsatz spart der Fuso Canter Eco Hybrid im Londoner Einsatz im Vergleich zu einem herkömmlichen leichten Lastwagen etwa 10 bis 15% Treibstoff und stösst entsprechend weniger CO2 aus.

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Der Aufbau des Hybridantriebs des Canter Eco Hybrid ist ein Parallelhybrid, dessen Elektromotor hinter Verbrennungsmotor und Kupplung, aber vor dem Getriebe angeordnet ist. Beläuft sich die Leistung der japanischen Serienausführung des Verbrennungsmotors auf 96 kW (130 PS), so kommt im Rahmen der Einsätze in London ein europäisches Aggregat mit 107 kW (145 PS) zum Einsatz. Der Elektromotor leistet jeweils maximal 35 kW (Dauerleistung 14,5 kW), sein Drehmoment beläuft sich auf 200 Nm. Die Lithium-Ionen-Batterien verfügen über eine Kapazität von 1,9 kWh. Sie sind auf eine Lebensdauer von mindestens zehn Jahren oder 300000 km ausgelegt.

Abgasstufe Euro 5 mit EEV

Der Fuso Canter ist ein Beispiel für das hohe Potenzial des Antriebs mit Dieselmotor. Sein Vierzylinder-Triebwerk mit 3,0 l Hubraum ist jetzt so sauber wie nie vorher: Alle Ausführungen des Canter entsprechen der Abgasstufe EEV. Diese zurzeit schärfste Abgasstufe über Euro 5 hinaus wird auf freiwilliger Basis erreicht. Der Motor deckt das gesamte Spektrum des Canter von 3,5 bis 7,5 t Gesamtgewicht ab.