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Gericht verbietet «Zur Rose»-Tochter Apothekenautomaten

Eine DocMorris-Apotheke in Berlin
Eine DocMorris-Apotheke in Berlin, eine Tochter der Schweizer Online-Apotheke Zur Rose. Quelle: Keystone

Ein deutsches Gericht untersagt der «Zur Rose»-Tochter DocMorris den Betrieb von Apothekenautomaten. Das Argument mit den nicht-verschreibungspflichtigen Arzneimitteln sei kein Argument.

Veröffentlicht am 15.02.2018

Im Rechtsstreit um einen Apothekenautomaten hat ein Gericht in Süddeutschland dem niederländischen Versandhändler DocMorris und der Mieterin der Räume den Betrieb der Anlage verboten.

Die von den Geschäftspartnern in dem Ort Hüffenhardt im Bundesland Baden-Württemberg praktizierte Abgabe und Lagerung von Medizin verstosse gegen das Arzneimittelgesetz und sei auch wettbewerbswidrig, teilte das Landgericht in Mosbach am Donnerstag mit. Die Abgabe sei nur in einer Apotheke oder durch den Versandhandel einer Apotheke zulässig - beides sei nicht der Fall.

DocMorris, Tochter der Schweizer Onlineapotheke Zur Rose, hatte in der 2000-Seelen-Gemeinde Hüffenhardt nicht-verschreibungspflichtige Arzneimittel verkauft. Dazu gaben Mitarbeiter in den Niederlanden das Medikament per Knopfdruck frei. Beraten wurde per Videochat.

Das Unternehmen argumentiert, es handele sich beim Geschäft mit nicht-verschreibungspflichtigen Arzneimitteln um Versandhandel. Dem widersprach das Gericht. Allein der Umstand, dass die Arzneimittel nach einer Videoschaltung freigegeben würden, mache deren Abgabe nicht zum Versandhandel, betonte die Sprecherin.

Zur Rose auf Expansionskurs

Geklagt hatten ein Versandapotheker aus Deutschland sowie drei Apotheker aus dem Umkreis und ein Landesverband. Die Urteile seien innerhalb eines Monats nach Zustellung beim Oberlandesgericht Karlsruhe anfechtbar, teilte eine Justizsprecherin in Mosbach mit.

Zur Rose war im Juli letzten Jahres an die Schweizer Börse gegangen. Mit dem Erlös von 233 Millionen Franken will die Gruppe ihre Expansionsstrategie finanzieren. Vor allem in Deutschland will Zur Rose ihr Geschäft ausbauen.

Auch DocMorris wird zurzeit in Deutschland intensiv beworben - an zahlreichen Plakatwänden hängen grossflächige Anzeigen der Zur-Rose-Tochter. 

Gemessen am Umsatz ist Zur Rose vorerst der grösste Player im europäischen Markt. Die Zur-Rose-Gruppe erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2016 einen Umsatz von 880 Millionen Franken, wovon 361 Millionen Franken auf das deutsche Tochterunternehmen Doc Morris entfielen.

(sda/tdr)

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