Überall dort, wo Architektur und Raumplanung hohen Anforderungen unterliegen, steigt der Anspruch an die Erfüllung architektonischer Bedürfnisse. Um diese zu definieren, bedarf es spezieller Instrumente, die in Form von Prozessen in einen Architekturwettbewerb einfliessen. Interessante Lösungsansätze, vor allem in städtebaulicher Hinsicht, werden mit einer prozessorientierten Arbeitsweise aufgenommen und miteinbezogen.

Die Aufgabe des Architekten ist es, ein Gleichgewicht zwischen Raum und Umwelt zu schaffen. Diejenige des Generalunternehmers hingegen ist nebst der klassischen Ausführung auch die Einhaltung der Kosten. Denn kostet das «Geschaffene» mehr als das «Geplante», ist dies nicht zur Freude aller Beteiligten. Und wo liegt die Priorität? Design oder Budget? Für die Lösung des Auseinanderklaffens der unterschiedlichen Interessen gibt es keinen allgemeingültigen Ansatz. Zwei unterschiedliche Mentalitäten treffen aufeinander, und jeder verfolgt gewissenhaft seine Ziele. In einer sorgfältigen Kommunikation und Planung liegt jedoch der Lösungsansatz.

Jeder einen Schritt entgegen

In der Praxis zeigt sich eine positive Entwicklung in der Zusammenarbeit von Generalunternehmern und Architekten, die das Finden gemeinsamer Ziele enorm vereinfacht. Die Kostensensibilität ist bei den Architekten in den letzten Jahren gestiegen. Aber auch Generalunternehmer haben beim Umsetzen von guter Architektur vom Dialog mit Entwurfsarchitekten gelernt.

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Eine laufende Auseinandersetzung mit dem Gegenüber, die nicht immer ganz einfach ist. Denn alle Beteiligten erachten ihre Kernkompetenz als die wichtigste und setzen entsprechend die Prioritäten in den Mittelpunkt. Solche Zielkonflikte sind so lange kein Problem, als dass sie auf gleicher Augenhöhe ausdiskutiert werden. Sobald aber der Generalunternehmer zum reinen Abwickler resp. Ausführenden degradiert wird und der Architekt ein Vertragsverhältnis mit dem Auftraggeber hat, fehlt die Voraussetzung für einen erfolgreichen Projektabschluss.

Attraktivität schaffen

Oftmals taucht die Frage auf, ob die ästhetischen Komponenten eines Baus nicht in Kontra-Position zu den Kosten stehen. Dies ist, objektiv betrachtet, nicht wirklich der Fall, denn ästhetische Komponenten steigern die Attraktivität eines Projekts und auch dessen Nachhaltigkeit. Eine gelungene Architektur ist für das Wohlbefinden des Menschen wichtig. Raum und Lebensqualität stehen so eng beieinander, dass die gegenseitige Wechselwirkung einfach unumstritten ist.

Die Tatsache ist, dass Architekturwettbewerbe ohne Preis-Kosten-Sicherheit eines Generalunternehmers zu ganz schwierigen Übungen für den Bauherren werden können. Generalunternehmungen sind am Markt und sind Experten rund um den Bau. Darum empfiehlt es sich, dass der fachmännische Rat des Spezialisten frühzeitig eingeholt wird. Viele Projekte könnten einfacher verlaufen, wenn schon zu deren Beginn eine klare und saubere Planungs- und Kostenübersicht erstellt würde.

Ein Gesamtleistungswettbewerb (Totalunternehmer und Architekten in einem Team; Architekturwettbewerbe mit garantierten Kosten) deckt das Bedürfnis des Bauherrn nach Transparenz und Verbindlichkeit und bietet den vorkommenden Diskrepanzen Einhalt.