Die im Bereich Landmaschinen und Maschinenbau tätige Bucher Industries hat im ersten Halbjahr 2015 rückläufige Kennzahlen auf allen Ebenen verzeichnet. Verantwortlich dafür ist vor allem der schwache Geschäftsgang in der wichtigsten Sparte Landmaschinen sowie der Einfluss des teuren Frankens; zudem ist die Vergleichsbasis aus dem Vorjahr stark. Die schleppende Geschäftsentwicklung entspricht den im April geäusserten Erwartungen des Unternehmens, dennoch wurde der Ausblick für den operativen Gewinn reduziert.

Der Bestellungseingang reduzierte sich um 13 Prozent auf 1,16 Milliarden. Bereinigt nur um Währungseffekte ergab sich ein Minus von 6,0 Prozent, und bereinigt um diese sowie um Akquisitions- und Devestitionseffekte ein solches von 7,0 Prozent. Der Auftragsbestand per Ende Juni lag mit 549,3 Millionen Franken um rund 25 Prozent unter dem Wert von Ende März.

Umsatz fällt um knapp 9 Prozent

Der Umsatz fiel um 8,7 Prozent auf 1,34 Milliarden Franken zurück, in Lokalwährungen lag die Differenz bei -2,0 Prozent und bereinigt auch um Konsolidierungseffekte bei -2,9 Prozent, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilt. Die Aufwertung des Schweizer Frankens habe rund 7 Prozent zum Umsatzrückgang beigetragen. Weitere Gründe für die Abschwächung hätten in der schleppenden Konjunktur in Europa gelegen sowie im fortgesetzten Abschwung im Hauptmarkt Landmaschinen.

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Der EBIT lag um 17 Prozent unter dem Vorjahreswert bei 117,8 Millionen Franken, wobei die EBIT-Marge um 80 Basispunkte auf 8,8 Prozent sank. Bereinigt um Währungseffekte hätte die Betriebsgewinnmarge lediglich um 0,3 Prozentpunkte nachgegeben, schreibt Bucher. Der Reingewinn schliesslich fiel mit 79,5 Millionen um 18 Prozent geringer aus als in der Vergleichsperiode. Die Abwertung des Euros sei teilweise durch die Erholung des US-Dollars gemildert worden. Hauptgründe für den negativen Währungseinfluss seien Umrechnungseffekte und einmalige Abwertungseffekte. Sparmassnahmen und die gute Marktposition hätten indes geholfen, die negativen Einflüsse abzufedern.

Damit hat Bucher die Erwartungen der Analysten mit dem Auftragseingang eher knapp, ansonsten aber ziemlich genau getroffen.

Unterschiedliche Entwicklung der Märkte

Im ersten Halbjahr hätten sich die Hauptmärkte verschieden entwickelt. So sei die Konjunktur in Europa verhalten geblieben, und auch in Nordamerika habe sich die Nachfrage in den Marktsegmenten des Konzerns unterschiedlich präsentiert. Brasilien sei zudem in eine Rezession gefallen, und in China zeigten sich keine Anzeichen einer Erholung. Im grössten Marktsegment Landmaschinen dämpften sinkende Getreidepreise und tiefere Einkommen der Landwirte deren Investitionsbereitschaft.

Der Markt für Kommunalfahrzeuge blieb dagegen auf stabilem Niveau, während sich die Nachfrage nach hydraulischen Systemen und Komponenten ansprechend entwickelte, und auch das Geschäft mit Maschinen für die Glasbehälterindustrie belebte sich leicht. Insgesamt verzeichneten aber alle fünf Divisionen von Bucher in Franken einen tieferen Bestellungseingang und Umsatz, die Mehrheit der Divisionen auch währungsbereinigt.

Der Konzern nimmt Prognosen zurück

Für das laufende Jahr 2015 reduziert der Konzern die bisherige Guidance vom März. Demnach sei keine Verbesserung des ökonomischen Umfelds zu erwarten, und die Unsicherheiten in der Eurozone dürften noch lange anhalten. Die Abschwächung der Nachfrage bei den Landmaschinen könnte sich fortsetzen, je nach Marktentwicklung auch über das Jahresende hinaus.

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Insgesamt sei ohne Berücksichtigung der Währungseinflüsse von einem Umsatzrückgang und einem tieferen Betriebsgewinn auszugehen, und die Betriebsgewinnmarge dürfte aufgrund der saisonalen, konjunkturellen und währungsbedingten Effekte unter dem Wert des ersten Semesters 2015 liegen. Im April hiess es noch, es sei in Lokalwährungen ein leichter Umsatzrückgang zu erwarten aber ein gehaltenes Betriebsergebnis.

Negatives Umfeld

Dem negativen Markttrend könne sich auch die Kuhn Group nicht ganz entziehen, heisst es weiter im Ausblick. Diese sollte aber wegen der guten Positionierung in der Fleisch- und Milchwirtschaft den Einbruch im Ackerbau meistern und in Lokalwährungen den Umsatz des Vorjahres nur leicht unterschreiten. Hingegen dürfte die Profitabilität aufgrund der tiefen Auslastung einzelner Werke weiter nachgeben.

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(awp/me/ama)