Warum Gender Studies in den Köpfen vieler Menschen noch mit Feminismus, Emanzipation oder Gleichstellungspolitik verknüpft werden und nicht mit Wissenschaft, sehen Experten mit als Ursache dafür, dass das Studium so lange kaum beachtet wurde. Heute widmet sich das in Europa relativ junge Studienfach auch dem Phänomen der Geschlechterstereotypen in Wissenschaft und Gesellschaft. Brandaktuelle Themen wie «Gleichstellung im Führungsalltag» und «Staat und Politik als institutionalisierte Männlichkeit» sollen Praxisnähe spiegeln.

Auf Initiative der Konferenz der Frauenbeauftragten an den schweizerischen Hochschulen haben sich 2004 sämtliche Schweizer Universitäten zu einem Kooperationsprojekt mit dem Namen Gender Studies Schweiz zusammengefunden. Das Projekt wird bis Ende 2007 mit einer Anschubfinanzierung von der Schweizerischen Universitätskonferenz SUK realisiert. Ziel ist es, im Rahmen eines gemeinsam abgestimmten Konzepts auf allen Stufen wie Bachelor, Master und Doktorat das Lehrangebot auszubauen.
Seit Mai vorigen Jahres sind die vier Graduiertenkollegien an den Unis Basel, Bern/Freiburg, Genf/Lausanne und Zürich in einem Netzwerk vereint und von der SUK als Doktoratsprogramm akkreditiert. Basel bietet als einzige Schweizer Universität zum Master auch den Bachelor an, die Uni Genf ein Master-Programm in Gender Studies, an der Uni Zürich wird im Herbstsemester 2008 ein entsprechender Studiengang starten.

Chancen im Personalbereich

Absolventen werden wohl in der Verwaltung zu gesuchten Fachkräften werden. Auch Abteilungen wie Diversity Management, die sich vor allem in grossen Unternehmen mit der firmeninternen Gleichstellung und Integration nicht nur von Frauen befassen, gehören heute in vielen Unternehmen zur festen Institution.
Die Fachhochschule Nordwestschweiz hat im Hinblick darauf ein Nachdiplomstudium in Gender Management entwickelt, das allerdings nach zwei Durchgängen wegen mangelnder Nachfrage abgebrochen wurde. Der Nachfolgekurs Gender & Diversity Management startet als einjährige berufsbegleitende Weiterbildung am 19. Oktober. Er richtet sich an Personen mit Leitungsaufgaben und Personalverantwortung, Personalmanagerinnen und -manager, interne und externe Berater und Beraterinnen, Gleichstellungsbeauftragte usw. Die Leitung hat Nathalie Amstutz, Professorin und Dozentin für Kommunikation.

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www.gendercampus.ch