Dass das von Martin Spieler moderierte Streitgespräch in der HWZ-Arena über «eine nachhaltige Zukunft für den Finanzplatz Schweiz» in eine hitzige Debatte münden würde, war abzusehen. Einerseits waren mit Olivier de Perregaux, CFO der LTG-Gruppe, Martin Janssen, Wirtschaftsprofessor der Universität Zürich, Ursula Gut, Zürcher Regierungsrätin, Christoph Weber, Leiter Private Banking der Zürcher Kantonalbank, und Zeno Staub, Leiter Asset Management der Bank Vontobel, Fachleute aus den einander oft diametral entgegengesetzten Bereichen Wirtschaft, Politik und Wissenschaft eingeladen. Und andererseits war allein schon das Thema dafür prädestiniert, dass sich die Diskussion in eine Boni-Debatte und in eine Reflexion der Too-big-to-fail-Problematik transformieren würde. Nichts desto trotz eröffnete die Debatte den Zuhörern diverse neue Sichtweisen auf den Bankenplatz Schweiz. Janssen schwebte mit Blick auf die Bankenszene eine Matrix vor, in der einzig «grosse Banken mit Eigenhandel gefährlich sind». Staub begrüsste, dass in den Schweizer Banken höhere Eigenmittelziele vereinbart wurden, wenn er sich auch generell gegen eine übermässige Regulierung der Banken wehrte. Und Gut gab zu bedenken, dass auch der Bankkunde nicht ganz unschuldig sei, da er sich zu viel habe aufschwatzen lassen.Abschliessend brachte Perregaux einen neuen Blickwinkel ins Spiel: «Gerade im turbulenten Umfeld kann ein geschicktes Regelsystem für den Finanzplatz Schweiz sprechen.» Mit Blick auf die Zukunft malten sich die Gesprächsteilnehmer einen Schweizer Finanzplatz aus, der gestärkt aus der Krise hervorgehen wird, wenn er aus derselben seine Lehren zieht.

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