Der Nahrungsmittelkonzern Nestlé baut sein gewinnträchtiges Gesundheitsgeschäft mit einer Kooperation aus. Die Tochter Nestlé Health Science investiert zunächst 120 Millionen Dollar in die Biotechnologiefirma Seres Therapeutics. Mit dem Geld will Nestlé die Entwicklung und spätere Vermarktung eines Wirkstoffs gegen Verdauungskrankheiten finanzieren, wie das Unternehmen am Montag mitteilte.

Insgesamt hat die Partnerschaft laut Firmenangaben ein Volumen von bis zu 1,9 Milliarden Dollar. Sobald Seres in den kommenden Jahren bestimmte Ziele bei der Entwicklung und Vermarktung erreicht, erhält das Unternehmen von Nestle weitere Meilenstein- und Lizenzzahlungen.

«Das ist ein grosser Schritt»

Der Konzern aus Vevey am Genfersee setzt bereits seit einigen Jahren auf das Gesundheitsgeschäft, das meist höhere Erträge abwirft als der traditionelle Bereich mit Schokoriegeln, Kaffee oder Fertigprodukten. «Das ist ein grosser Schritt», sagte der Nestle-Chef der Gesundheitssparte Greg Behar an einer Telefonkonferenz. Der Wirkstoff könne in Tablettenform eingenommen werden und bereits in einigen Jahren auf den Markt kommen. Die erwarteten Umsätze liessen sich aber nur schwer abschätzen.

Neben solchen Kooperationen will Nestle im Gesundheitsgeschäft auch über Zukäufe wachsen. «Wir sehen uns auch nach ergänzenden Übernahmen um. Es läuft im Moment viel», sagte Behar. Möglich seien etwa Akquisitionen im wachsenden Bereich mit Nahrungsmitteln für die alternde Bevölkerung.

(sda/gku)