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Qualitätsproblem
Gesundheitsökonom: Kleine Spitäler sind «No-go-Areas»

Heinz Locher: Der Experte lobt spezialisierte Spitäler. (Bilder: Keystone, ZVG)

Er nennt das Gesundheitswesen die Dunkelkammer der Nation: Heinz Locher kritisiert zu geringe Spezialisierung und mangelnde Fehlerkultur in Schweizer Krankenhäusern.

Von Marcel Speiser und Judith Wittwer
am 01.05.2013

Die Schweizer leisteten sich mit Gesamtausgaben von rund 65 Milliarden Franken im Jahr 2011 eines der teuersten Gesundheitssysteme der Welt. Allein die Kosten der Krankenhäuser beliefen sich laut dem Bundesamt für Gesundheit auf über 23 Milliarden Franken. Doch nicht überall stimmt die Qualität.

So würde sich Gesundheitsökonom Heinz Locher in vielen Schweizer Spitälern nicht behandeln lassen, wie er im Gespräch mit der «Handelszeitung» verrät. Kleine Krankenhäuser, die alles anbieten, sind für ihn klare «No-go-Areas». «Wichtig ist, dass sich ein Spital auf gewisse Eingriffe spezialisiert»,  sagt Locher. «Das Spital Rorschach zum Beispiel hat ein Schwergewicht auf die minimal invasive Chirurgie gelegt.»

Wichtig ist laut Locher auch, dass sich die Chef- oder Belegärzte gegenseitig auf die Finger schauen und sogenannte Peer Reviews durchführen. Und schliesslich sei eine ausgebaute Fehlerkultur bedeutsam. Genau dort happert es aber mancherorts. In vielen Schweizer Spitälern herrscht noch immer eine Null-Fehler-, und keine Lern- und Sicherheits-Kultur. Sie tun sich mit dem Erfassen und Publizieren von Daten zur Spitalqualität schwer.

So hat der Patient wenig Chancen herauszufinden, welche Klinik für sein Leiden die beste ist. Gesundheitsökonom Locher kritisiert aber auch die Krankenversicherer: «Die Krankenkassen haben zu wenig Druck gemacht. Das Gesundheitswesen ist die Dunkelkammer der Nation.»

Das ganze Gespräch mit Heinz Locher lesen Sie in der neuen Ausgabe der «Handelszeitung», ab Donnerstag am Kiosk.

 

 

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