Der US-Getränkeriese Coca-Cola kommt bei seinem Umbau nur in kleinen Schritten voran. Zwar konnte der Pepsi-Konkurrent zum Jahresstart in vielen Märkten Preiserhöhungen durchsetzen und im eigenen Haus die Kosten senken. Doch ein starker Dollar schmälert weiterhin die Einnahmen aus Übersee, und der anhaltende Trend zu mehr Gesundheit und Wellness bremst nach wie vor den Verkauf der zucker- und kalorienhaltigen Limonaden.

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In den ersten drei Monaten des Jahres sank der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 4 Prozent auf 10,3 Milliarden Dollar, wie Coca-Cola am Mittwoch in Atlanta mitteilte. Der Überschuss fiel um 5 Prozent auf 1,48 Milliarden Dollar. Der laufende Konzernumbau schlug dabei kräftig auf das Ergebnis durch. Doch auch der operative Gewinn ging um 7 Prozent auf 2,1 Milliarden Dollar zurück.

Börse zeigt sich unzufrieden

Zwar konnte der Konzern beim bereinigten Gewinn je Aktie die Erwartungen der Wall Street um einen Cent übertreffen. Dem Aktienkurs half dies wenig: Er sank im frühen US-Handel um mehr als vier Prozent. Das Papier sei zuvor aber auch gut gelaufen, meinten Börsianer.

Coca-Cola-Chef Muhtar Kent sieht den Konzern auf dem richtigen Weg. «Wir sind zuversichtlich, dass wir die richtigen Strategien haben, um unsere Ziele zu erreichen», sagte er. Im Gesamtjahr will der Konzern den Umsatz aus eigener Kraft um 4 bis 5 Prozent steigern. Währungseffekte sowie Zu- und Verkäufe sind dabei ausgeklammert. Unter diesen Voraussetzungen hätte Coca-Cola auch im ersten Quartal um zwei Prozent zugelegt. Den Gewinn will der Konzern 2016 ebenfalls steigern.

Tees, Mineralwasser und Sport-Drinks

Der Konzern hat bereits einiges in die Wege geleitet, um auf die veränderten Verbrauchergewohnheiten zu reagieren und die Profitabilität anzukurbeln. Unter anderem wurden die Flaschen und Getränkedosen verkleinert, wodurch der Konzern mehr an seinen Getränken verdient. Auch das Angebot jenseits der Limonaden wurde erweitert. Tees, Mineralwasser oder Sport-Drinks liefen im Quartal weiterhin gut.

Radikale Einschnitte plant der Konzern bei seinen Getränkeabfüllern. Bis Ende 2017 will Coca-Cola alle Abfüllbetriebe in Nordamerika an Franchise-Partner abgeben. Auch für China gibt es entsprechende Überlegungen. Zudem hatte der Konzern angekündigt, die deutsche Tochter Coca-Cola Erfrischungsgetränke AG mit den zwei grossen Abfüllern Coca-Cola Enterprises und Coca-Cola Iberian Partners zur neuen Gesellschaft Coca-Cola European Partners zu fusionieren. Im Sommer werden in Deutschland mehrere Standorte geschlossen.

(awp/gku/ama)