«Die Nulllohnrunde sollte die Regel sein, ausser bei Erfolgsgeschichten», sagt Hans-Ulrich Bigler, Direktor des Gewerbeverbandes (SGV), im «Handelszeitung»-Interview. KMU, die 99,6% der über 320000 Unternehmen in der Schweiz ausmachen, leiden unter der abgekühlten Binnenkonjunktur. In diesen Betrieben habe das Gürtel-enger-Schnallen Tradition. Immerhin wollen 44% der KMU die Teuerung von rund 0,9% ausgleichen, wie eine Umfrage des Instituts gfs-zürich ergab.

«Nullrunden müssen vor allem in jenen Branchen diskutiert werden, die unter der Rezession gelitten haben», sagt Arbeitgeberdirektor Thomas Daum. Dazu gehören grosse Teile der Exportwirtschaft, allen voran die MEM- und die Uhrenindustrie, sowie Transport, Logistik, Tourismus und Gastronomie. Die generelle Lohnforderung des Gewerkschaftsbundes (SGB) von 1,5 bis 2% sei, so Daum, zu undifferenziert. Der SGB kontert, dass viele Angestellte in gut laufenden Firmen arbeiten.

Pharma zahlt 3 Prozent mehr

Gemäss Umfragen der Beratungsunternehmen Towers Perrin und Hewitt wollen grössere Unternehmen im Schnitt 2,5% mehr Nominallohn gewähren. Obenaus schwingt die Pharmaindustrie mit 3%.

Vielerorts mehr zu reden als die Lohnprozente geben neue Arbeitsmodelle, um Personalkosten zu sparen. Nach den Industriekonzernen Rieter, Georg Fischer und OC Oerlikon rief auch der IT-Konzern HP zum freiwilligen Lohnverzicht auf. Bei Rieter machen 70% der angefragten Angestellten beim Verzicht mit.

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