Im Tarif-Streit beim weltgrössten Internet-Versandhändler Amazon droht die Gewerkschaft Verdi erneut mit Ausständen in der umsatzstarken Vorweihnachtszeit. «Wir werden die Taktung von Streiks in der Adventszeit überprüfen», sagte Verdi-Vorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger der «Welt am Sonntag». Und weiter: «Unsere Aktionsfähigkeit kann auf alle Standorte übergreifen. Weitere Standorte für neue Streiks neben Leipzig und Bad Hersfeld sind in Planung.»

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Manchmal reichten «wenige Menschen an der richtigen Stelle, um Amazon zu treffen. Wir werden uns auf Tage konzentrieren, die das Geschäft besonders stören und die Streiks auch miteinander vernetzen».

Streitpunkt Löhne

Die Gewerkschaft fordert von Amazon höhere Löhne und tarifliche Regelungen, wie sie im Einzel- und Versandhandel üblich sind. Der US-Konzern nimmt aber die Logistikbranche als Massstab, in der niedrigere Löhne gezahlt werden.

Nach Worten eines Amazon-Sprechers liegen die Mitarbeiter der deutschen Amazon-Logistikzentren mit ihren Einkommen am oberen Ende dessen, was in der Logistikindustrie üblich ist. «Daher sehen wir für unsere Mitarbeiter keinen Vorteil in einem Tarifabschluss, wie ihn Verdi fordert.» Bislang hätten sich die Streikaktionen von Verdi nicht auf den Versand an die Kunden ausgewirkt. 

(reuters/muv)