Die Kurzstrecken-Piloten der Swiss behaupten, dass ihre Lohnkosten deutlich tiefer sind als jene der Easyjet-Piloten. Dies berichtet die «Schweiz am Sonntag». Das Resultat dieses Vergleichs überrascht: Die Piloten der Premium-Airline Swiss kosten ihre Firma auf Kurzstreckenflügen ab Genf im Schnitt 18 Prozent weniger als die Piloten der Billigairline Easyjet. Zu diesem Schluss kommt ein Lohnkostenvergleich der Aeropers, dem Verband der Airbus-Piloten.

Demnach kostet ein Kapitän die Swiss im 9. Dienstjahr rund 200'000 Franken gegenüber 270'000 Franken bei Easyjet. Die Gegenüberstellung erfolgt zu einem brisanten Zeitpunkt. Per September erhöht die Swiss ihre die Kapazitäten in Genf, um Marktführer Easyjet Kunden abzujagen.

Swiss kritisiert Lohnvergleich

Mit den Piloten diskutierte das Management über eine permanente Stationierung einer Crew in Genf – ohne Erfolg. Die geplante Piloten-Crew-Basis Genf ist laut Swiss vorerst vom Tisch. «Uns wird immer wieder vorgeworfen, dass wir in Genf die Firma viel mehr kosten als die Easyjet-Piloten», sagt Aeropers-Sprecher Kilian Kraus in der «Schweiz am Sonntag». «Doch das stimmt nicht.»

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Der Vergleich der Aeropers zeigt die Lohnkosten aus Firmensicht inklusive Lohn, Pensionskasse, AHV und IV für die Kurzstreckenpiloten. Ein einfacher Lohnvergleich wäre laut Kraus zu wenig repräsentativ, da zu viele variable Faktoren mitspielen würden wie Ferientage oder Einsatzzeiten.

Die Swiss kritisiert den Vergleich: «Die Grundvergütung eines Easyjet-Kapitäns in Genf ist gemäss unseren Angaben 13577 Franken, unabhängig vom Dienstjahr. Bei uns liegt der Durchschnittslohn der Airbus-Kurzstreckenkapitäne bei 15993 Franken», sagt Sprecherin Myriam Ziesack in der «Schweiz am Sonntag». Die Aeropers entgegnet, die Easyjet-Löhne seien aufgrund von zusätzlichen Flugzulagen «eklatant höher», während die Billigairline selber zu ihrer Lohnpolitik schweigt.

(jev/tno)