Der Verband Schweizer Lokführer (VSLF) und die Gewerkschaft des Verkehrspersonal (SEV) kritisieren das SBB-Pilotprojekt im Laufental. Die Lokführer sollten in der heutigen Zeit entlastet und nicht mit neuen Projekten konfrontiert werden.

SEV-Vizepräsident Manuel Avallone sagte auf Anfrage, die SBB habe den falschen Zeitpunkt für die Lancierung des Pilotprojekts gewählt. Nach dem Unfall im Waadtland sollte sich die SBB auf die Entlastung der Lokführer konzentrieren. VSLF-Präsident Präsident Hubert Giger forderte die SBB auf, das Pilotprojekt «abzublasen». Es bringe keinen Mehrwert, sagte er.

Bisher habe es klare Halteorttafeln für die Lokführer gegeben, argumentierte Giger. Mit dem neuen System würden sich die Halteorte laufend ändern. Der Lokführer könne aber nicht während der Fahrt den Halteort im nächsten Bahnhof nachsehen.

Dem Lokführer bleibe deshalb nichts anderes übrig, als die Einfahrgeschwindigkeit in die Bahnhöfe zu senken. Das führe zu Fahrzeitverlängerungen.

(tke/chb/sda)

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