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Syngenta
Gewichtsverlagerung nach Peking

Eine grosse Nummer: Ning, alias "Frank" Gaoning, der neue starke Mann bei Syngenta

Der neue starke Mann im Syngenta-VR heisst Gaoning «Frank» Ning. Er wird sich die Basler stärker zur Brust nehmen als sein Vorgänger.

Kommentar  
Von Seraina Gross
am 17.07.2018

« Syngenta bleibt Syngenta» – von dem Slogan, mit dem der damalige Verwaltungsratspräsident Michel Demaré einer kritischen Schweizer Öffentlichkeit den Verkauf des Basler Agrochemiekonzerns nach Peking schmackhaft machte, ist – zumindest personell – nicht mehr viel übrig. Mit Verwaltungsratspräsident Ren Jianxin geht nach Michel Demaré auch der zweite Architekt der 43 Milliarden Dollar schweren Übernahme durch den chinesischen Staatskonzern ChemChina von Bord.

Der Neue an der Spitze des Verwaltungsrates heisst Ning Gaoning, 60-jährig und im amerikanischen Pittsburgh geschulter chinesischer Geschäftsmann und einer der einflussreichsten Männer der chinesischen Staatswirtschaft. Kaum ein zweiter hat in den vergangenen Jahren derart elegant chinesische Staatswirtschaft und westlichen Geschäftssinn unter einen Hut gebracht und dabei auch noch erfolgreich im dornigen Umfeld des autoritären chinesischen Staatsapparats überlebt.

Übernahmen am Laufmeter

Wo Ning – oder «Frank», wie er sich im Umgang mit ausländischen Geschäftspartnern gerne nennt – auftaucht, da bleibt kein Stein auf dem anderen. Seine Sporen als Geschäftsmann verdiente sich Gaoning, der es anders als sein Vorgänger Ren bei Syngenta, liebt, Englisch zu sprechen, beim chinesischen Agrokonzern Cofco ab. Unter seiner Ägide mausert sich sich der staatliche Agrarkonzern einerm Konzern, der mit den Grossen der Welt mithalten kann: Cargill, Archer Daniel, Midlang, Bunge und die Genfer Louis Dreyfus Commodities.

Ning Gaoning schnappte sich, ausgestattet mit prallvollen Übernahmekassen, in kurzer Zeit die niederländische Nidera, die – Ironie der Geschichte – inzwischen zu Syngenta gehört, und die Agrarsparte des Hongkonger Rohstoffkonzerns Noble. Zudem kauft er sich ukrainische Weizensilos, eine australische Zuckerrohrplantage und in Frankreich sorgte er mit der Übernahme von Weinbergen für Aufruhr.

Einer, der auch im Operativen stark ist

Im ähnlichen Stil ging es bei Sinochem weiter, wo Ning 2016 als erstes bei der in Singapur kotierten Halcyon einstieg. Doch Ning ist, anders als sein Vorgänger Ren, mehr als nur ein serieller Akquisiteur. Seine Stärken liegen auch im Operativen. Sinochem verfügt über eine vergleichsweise zentralisierte, straffe Struktur und steht auch finanziell besser da als andere chinesische Staatskonzerne. Zu erwarten ist deshalb, dass sich der neue Verwaltungsratspräsident Basler etwas stärker zur Brust nehmen wird als sein Vorgänger Ren.

 

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