Die UBS hat im dritten Quartal 2016 einen Gewinneinbruch hinnehmen müssen. Der den Aktionären zurechenbare Reingewinn tauchte laut UBS-Angaben vom Freitag auf 827 Millionen Franken ab. Im gleichen Vorjahresquartal hatte die Grossbank noch einen Reingewinn von 2,068 Milliarden Franken eingefahren. Allerdings hatten Steuergutschriften von 1,3 Milliarden Franken das damalige Ergebnis massiv nach oben gedrückt.

Die UBS hat im dritten Quartal 2016 trotz dem Taucher etwas mehr verdient als von Analysten geschätzt. Bezüglich Ausblick für die nächsten Quartale bleibt sie zwar gewohnt vorsichtig, sieht sich aber gut aufgestellt, um von einer moderaten Erholung des Umfeldes zu profitieren.

Höhere Rückstellungen

Die UBS hat ihre Rückstellungen für Rechtsfälle am US-Hypothekenmarkt deutlich nach oben geschraubt. Die Schweizer Grossbank hat nun für sämtliche Verfahren 1,405 Milliarden Dollar zurückgelegt, wie aus dem am Freitag veröffentlichten Quartalsbericht hervorgeht. Zur Jahresmitte waren es 988 Millionen Dollar. Es handelt sich dabei um einen der grössten noch offenen Rechtsfälle für die Bank.

Insgesamt stiegen die Rückstellungen für Rechtsfälle damit auf 2,98 Milliarden von 2,68 Milliarden Franken zum Halbjahr. In den USA hatten viele Grossbanken Hypotheken an mittellose Familien vergeben. Die Risiken wurden anschliessend an Investoren weitergereicht - in Form von hochkomplexen Anleihen, die den Banken hohe Gebühren in die Kasse spülten. Als der Markt 2007 kollabierte, erwiesen sich diese Bonds als wertlos. Viele der Käufer fühlten sich über den Tisch gezogen und klagten erfolgreich gegen die Banken. Auch gegen die Deutsche Bank läuft ein entsprechendes Verfahren, in dem das US-Justizministerium der Bank mit einer Busse über 14 Milliarden Dollar gedroht hat.

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Investmentbank taucht

Operativ zeigt sich, dass alle Geschäftseinheiten weniger verdienten. Am grössten war der Einbruch in der Investmentbank, die im Vorjahr noch 496 Millionen Franken Vorsteuergewinn erzielt hatte. Im dritten Quartal 2016 fuhr sie gerade noch einen Vorsteuergewinn von 161 Millionen Franken ein.

Robust blieb indes das Schweizer Privat- und Firmenkundengeschäft, das einen Vorsteuergewinn von 453 Millionen Franken machte. Im Vorjahr waren es noch 466 Millionen Franken gewesen. Erneut am meisten Gewinn warf die internationale Vermögensverwaltung für Reiche ab. Bei ihr sank der Vorsteuergewinn allerdings von 639 Millionen auf 504 Millionen Franken.

(reuters/sda/chb/me)