Der Uhrenkonzern Swatch erzielt auch bei schwierigen Bedingungen unbeirrt Bestmarken. Er steigerte im Geschäftsjahr 2011 seinen Konzerngewinn um 18,9 Prozent auf rekordhohe 1,276 Milliarden Franken. Auch der Betriebsgewinn fiel mit 1,614 Milliarden Franken um 12,4 Prozent höher aus als im Vorjahr.

Die Schwäche des Euro und der Dollar-Währungen wie auch die gestiegenen Rohstoffpreise konnten dem weltgrössten Uhrenhersteller das Geschäft nicht vermiesen. Mit Ausnahme der elektronischen Systeme gelang Swatch im Geschäftsjahr 2011 auf allen Ebenen ein deutliches Wachstum, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte.

Beim Bruttoumsatz, der bereits seit vier Wochen bekannt ist, knackte Swatch erstmals die 7-Milliarden-Grenze. Der Konzern schraubte den Höchstwert aus dem Vorjahr nochmals um 10,9 Prozent nach oben auf 7,143 Milliarden Franken. Bei konstanten Wechselkursen hätte das Plus 21,7 Prozent betragen.

Teure Rohstoffe

Die Schwäche des Euro und der Dollar-Währungen hätten den Umsatz um 700 Millionen Franken geschmälert, schreibt Swatch. Auch die steigenden Rohstoffpreise - etwa für Gold und Diamanten - wirkten sich negativ auf das Ergebnis aus.

Die operative Marge steigerte Swatch dennoch von 23,5 Prozent auf 23,9 Prozent. Swatch habe dem schwierigen Umfeld durch Effizienzsteigerungen und der «traditionell griffigen Kostenkontrolle» getrotzt, analysiert das Unternehmen.

Swatch gelang es aber auch, bei seinem Kerngeschäft, Uhren und Schmuck, kräftig zuzulegen. Der Bruttoumsatz in dem Segment betrug 6,312 Milliarden Franken. Dies ist ein Plus von 14,1 Prozent - währungsbereinigt kommt Swatch sogar auf ein Wachstum von 26,1 Prozent. Daraus resultierte ein Betriebsgewinn von 1,352 Milliarden Franken - das sind 8,4 Prozent mehr als 2010.

Anzeige

Die Stärke von Swatch ist die Breite des Wachstums: Man habe nicht nur in China, sondern in allen Region der Welt und in sämtlichen Preissegmenten zugelegt, schreibt der Konzern. Teilweise führe dies immer noch zu sehr grossen Kapazitätsengpässen.

Mehr Werbung

Die gestiegenen Rohstoffpreise will Swatch vorerst nicht auf die Kunden abwälzen. Das Unternehmen setzt stattdessen weiter auf eine Erhöhung der Marktanteile, wie es schreibt. Um die Wachstumsstrategie weiter voranzutreiben, erhöhte der Konzern erneut auch seine Marketingaktivitäten.

Das stärkste Wachstum gelang Swatch in der Sparte Produktion, deren Erträge um 32,6 Prozent auf 2,015 Milliarden Franken kletterten. Die Produktion fuhr einen Betriebsgewinn von 322 Millionen Franken ein - dies bedeutet ein Plus von 64,3 Prozent. Für 2012 rechnet Swatch mit einem erneuten Wachstum. Der Konzern will nach eigenen Angaben auch «stark in die Produktionskapazitäten in der Schweiz» investieren.

Ein Minus resultierte hingegen im Geschäftsbereich Elektronische Systeme, dessen Umsätze um 23,6 Prozent auf 336 Millionen Franken zurückgingen. Der Betriebsgewinn von 13 Millionen Franken fiel um 78,7 Prozent geringer aus als 2010. Neben dem überbewerteten Franken war dafür laut Swatch die schwächere Geschäftsentwicklung in einigen Schlüsselmärkten verantwortlich.

Gute Aussichten

Der Dezember 2011 sei der umsatzstärkste Monat in der Geschichte des Konzerns gewesen, teilte Swatch weiter mit. Auch der Start ins neue Jahr sei in allen Regionen und Preissegmenten positiv verlaufen. Für 2012 äusserte sich der Konzern zuversichtlich, erneut qualitativ zu wachsen.

Das Eigenkapital von 8,071 Milliarden Franken und die Eigenkapitalquote von 82,3 Prozent bestätigten die äusserst solide Finanzierung der Swatch-Gruppe.

(tno/sda)