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Steuerreform
Gewinn von Morgan Stanley bricht ein

JPMorgan-New-York
Das Bürohochhaus von Morgan Stanley in New York: Wegen der Steuerreform bricht auch bei der amerikanischen Grossbank der Gewinn ein. Quelle: Getty Images / Raymond Boyd

Gewinneinbruch auch bei Morgan Stanley: Das Ergebnis sank wegen der Einmalbelastung um 59 Prozent auf 686 Millionen Dollar.

Veröffentlicht am 18.01.2018

Die US-Grossbank Morgan Stanley hat durch die US-Steuerreform im vierten Quartal einen Gewinneinbruch erlitten. Das Ergebnis sank wegen der Einmalbelastung um 59 Prozent auf 686 Millionen Dollar. Aber im Tagesgeschäft läuft es dank der robusten Konjunktur rund.

Im Gesamtjahr konnte Morgan Stanley den Gewinn um drei Prozent auf 6,2 Milliarden Dollar steigern - auch weil die Vermögensverwaltung sich besser als erwartet entwickelte. Die Gesamterträge im Konzern legten um zehn Prozent auf fast 38 Milliarden Dollar zu.

«Wir gehen angesichts der steigenden Zinsen, der Steuerreform und der sich verändernden Regulierung mit hoher Dynamik in das Jahr 2018», sagte Konzernchef James Gorman am Donnerstag. 

Zuerst zahlen, dann profitieren

Die Steuerreform von US-Präsident Donald Trump kostet Morgan Stanley wie den meisten grossen US-Banken erst einmal Geld. Die Institute haben während der Finanzkrise Verluste erlitten, die sie über Jahre geltend machen konnten, um ihre Steuerlast zu drücken. 

Da durch die grösste Steuerreform in den USA seit 30 Jahren die Unternehmenssteuer auf 21 Prozent von 35 Prozent sinkt, fällt der Wert dieser Verlustvorträge. Zudem werden bei einigen Instituten Steuern für die Überweisung von Gewinnen aus dem Ausland fällig. 

Am härtesten traf es die Citigroup, die wegen der Steuerreform eine Belastung von 22 Milliarden Dollar verbuchte. Morgan Stanley kostet die Reform unter dem Strich eine Milliarde Dollar.

Doch künftig werden auch die Banken von den niedrigeren Steuern profitieren, ihre Steuerquote sinkt zum Teil erheblich. Zudem will Trump die Regulierung der Branche lockern. Daneben profitieren die US-Banken von der robusten Konjunktur. Die Einlagen der Kunden und die Nachfrage nach Krediten nimmt zu. 

Und durch die höheren Zinsen in den USA steigt der Zinsüberschuss. Die Fed hat den Leitzins im vergangenen Jahr drei Mal angehoben und weitere Erhöhungen in Aussicht gestellt. Die Europäische Zentralbank hält dagegen an ihrer extrem lockeren Geldpolitik fest. Für die europäischen Banken heisst das: die Zinserträge bleiben unter Druck.

Handel schwächelt

Wermutstropfen auch für die US-Banken ist aber die anhaltende Schwäche im Handel, der wegen der extrem niedrigen Schwankungen an den Kapitalmärkten und der Zurückhaltung der Kunden eingebrochen ist. 

Besonders stark war der Einbruch bei der Investmentbank Goldman Sachs, die im vierten Quartal in ihrer einstigen Paradedisziplin - dem Handel mit Anleihen, Devisen und Rohstoffen - das schlechteste Ergebnis seit der Finanzkrise einfuhr. Hier sanken die Erträge binnen Jahresfrist um 50 Prozent auf eine Milliarde Dollar. 

Morgan Stanley erging es nicht viel besser. Die Erträge im Anleihehandel halbierten sich fast auf 808 Millionen Dollar. Beim Branchenersten JP Morgan gingen die Erträge im Anleihehandel um 34 Prozent zurück, Citigroup und Bank of America schlugen sich deutlich besser.

(sda/tdr)

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