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Gewinn von Ruag bricht im ersten Halbjahr ein

Gewinn von Ruag bricht im ersten Halbjahr ein
Demonstration der Ruag für die Medien: Rüstungskonzern ist in die Defensive geraten. Keystone

Der Schweizer Rüstungskonzern musste trotz mehr Umsatz einen Gewinneinbruch hinnehmen. Teuer war der Aufbau von zwei neuen Werken. Doch es gibt weitere Gründe.

Die Offensive im Ausland hat den Gewinn des Industrie- und Rüstungskonzerns Ruag in die Defensive getrieben. Trotz mehr Umsatz musste das bundeseigene Unternehmen im ersten Halbjahr einen Gewinneinbruch hinnehmen.

Während der Umsatz um 5,2 Prozent auf 943 Millionen Franken kletterte, sackte der Betriebsgewinn (EBIT) um 18,6 Prozent auf 54 Millionen Franken ab. Der Reingewinn tauchte gar um 21,5 Prozent auf 41 Millionen Franken.

Weniger Munition für Sportschützen

Schuld seien unter anderem die Aufbaukosten für neue Werke in den USA und in Ungarn sowie eine deutliche Abschwächung bei den Verkäufen von Munition für Sportschützen in den USA, teilte der Konzern am Donnerstag in einem Communiqué mit. Zudem hätten Effekte aus Übernahmen aufs Ergebnis gedrückt, hiess es.

Insgesamt hat die Ruag im ersten Semester drei Übernahmen abgeschlossen. Gekauft wurden ein italienischer Grosshändler für Jagd- und Sportwaffen, Munition und Zubehör sowie eine britische Cybersicherheitsfirma und eine schwedische Vertriebsgesellschaft von Jagd- und Sportmunition.

In der Folge kletterte der Personalbestand um gut 600 auf 9110 Vollzeitstellen. Die meisten zusätzlichen Stellen sind in Deutschland, England und Ungarn. «Die vielen Projekte, welche die Basis für die Zukunft bilden, haben uns im ersten Halbjahr gefordert», erklärte Konzernchef Urs Breitmeier. Es gehe nun darum, die Vorhaben sauber abzuschliessen und die Profitabilität zu erhöhen. Die Massnahmen zur Produktivitätssteigerung und Kostenoptimierung seien verstärkt worden. Einzelheiten wurden nicht genannt.

Schwierige Ausfuhr von Rüstungsgütern

Für die Zukunft stellte Ruag weiteres Wachstum in Aussicht: Der Auftragseingang legte um 1,4 Prozent zu, was den Auftragsbestand um knapp 6 Prozent nach oben trieb. Weiterhin Sorgen bereitet indes die Ausfuhr von Rüstungsgütern. Zusätzlich zum Nahen Osten konnte die Ruag wichtige, langjährige Kunden in Südamerika auf Grund der schweizerischen Exportpraxis nicht mehr beliefern. Um wen es geht, war bislang nicht in Erfahrung zu bringen.

Die Ruag macht 42 Prozent ihres Umsatzes mit Rüstungsgütern. Das Schweizer Verteidigungsministerium VBS ist dabei der grösste Kunde. Er trägt noch 29 Prozent zum Konzernumsatz bei.

Für das Gesamtjahr 2017 geht die Ruag von einem weiteren Wachstum aus. Die Profitabilität soll besser werden als im ersten Semester, schrieb die Ruag, ohne Einzelheiten zu nennen.

(sda/gku/mbü)

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