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Gewinneinbruch bei Ringier - Umbau wird vorangetrieben

Der Umsatz von Ringier ging 2011 etwas weniger stark zurück als der Gewinn. (Bild: Keystone)

Der starke Franken, Probleme im Druckgeschäft sowie die wirtschaftliche Abkühlung setzten dem Medienhaus Ringier im vergangenen Jahr zu. Die Kosten für den strategischen Umbau in Richtung digitaler Me

Veröffentlicht am 18.04.2012

Das Medienhaus Ringier hat im Jahr 2011 massiv weniger Geld verdient als im Vorjahr. Der Gewinn brach von 61,7 Millionen Franken auf nur noch 22,8 Millionen Franken ein. Probleme bereiteten vor allem die Sparte Druck und der starke Franken.

Der Umsatz ging zwar etwas weniger stark zurück als der Gewinn. Er sank um nur 9 Prozent auf 1,147 Milliarden Franken. Richtig zufrieden war Verwaltungsratspräsident Michael Ringier aber auch mit dieser Zahl nicht. «Es war ein schwieriges Jahr», sagte er am Mittwoch vor den Medien in Zürich.

Die Inserate-Erlöse im Zeitungs- und Zeitschriftenmarkt gingen um 15 Prozent zurück. Was den Druckbereich angeht, sprach Ringier gar von einem «Horrorjahr», weil diese Sparte deutliche Verluste hinnehmen musste. Der Umsatz sank von 349 auf 324 Millionen Franken, vor allem wegen des starken Frankens.

Die Swissprinters Gruppe, bei der Ringier mit 58,8 Prozent der Anteile Hauptaktionärin ist, schloss in diesem «Horrorjahr» den Standort St.Gallen und verkaufte jenen in Zürich. Bis Mitte Jahr werden rund 200 Stellen gestrichen.

Sparen bei der Administration

Die neuen Einkünfte aus der Unterhaltungsstrategie konnten diese Verluste nicht auffangen. Davon sei man noch weit entfernt, sagte Ringier. Das Problem ist, dass der neue Geschäftsbereich mit Firmen wie etwa dem Schnäppchenportal DeinDeal.ch und dem Kleinanzeigenmarkt Anibis.ch zwar wächst, aber noch nicht rentiert wie gewünscht.

Um nach Sparpotenzial zu suchen, beauftragte Ringier ein externes Beratungsunternehmen. Das Resultat: Es sind die vielen Doppelspurigkeiten, die mit dem Kauf der Firmen entstanden sind, vor allem in der Administration.

Diese Doppelspurigkeiten gelte es nun abzubauen, sagte Ringier weiter. Als Sparprogramm will er diese Massnahmen aber nicht verstanden wissen. Geplant sei nichts, was über das ohnehin stets laufende Effizienzsteigerungsprogramm hinausgehe.

Kein Kommentar zum Abgang des Chefs

An der neuen Strategie, also weg vom Verlagshaus hin zum Unterhaltungskonzern, will Ringier trotz Anlaufschwierigkeiten nichts ändern. «Der Umbau des Unternehmens wird weiter vorangetrieben», sagte Ringier.

Man wolle dem Konsumenten auch in Zukunft nicht nur als Zeitungs- oder Zeitschriftenmacher begegnen, sondern als Konzertveranstalter, Schnäppchenanbieter, Küchengeräteverkäufer und Sportvermarkter. «Das erhöht das Erfolgspotenzial».

Zum abrupten Abgang des ehemaligen Chefs Christian Unger kurz vor Ostern wollten sich weder Verwaltungsratspräsident Michael Ringier noch der neue Chef Marc Walder äussern. Die Kündigung sei ein Wunsch Ungers gewesen, sagte Walder. Die Übergabe an ihn habe korrekt und in aller Freundschaft stattgefunden. Der Deutsche war drei Jahre an der Spitze des Unternehmens.

(aho/sda)

 

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