Der Gewinn von Logitech ist um ein Drittel eingebrochen. Das neue Geschäft mit Zubehör für Musik und Videospiele habe den rückläufigen Absatz bei klassischen Geräten wie Computermäusen nicht kompensieren können, erklärte der Schweizer Hardwarekonzern am Donnerstag.

Der operative Gewinn lag im vierten Geschäftsquartal bis Ende März bei 14,5 Millionen Dollar nach 21,8 Millionen im Vorjahreszeitraum. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt allerdings nur mit 8,2 Millionen Dollar gerechnet. Der Nettoumsatz fiel um 4,7 Prozent auf 467,2 Millionen Dollar, lag damit allerdings ebenfalls über den Erwartungen von 463 Millionen Dollar.

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Gewinn-Anstieg im Gesamtjahr

Für das Geschäftsjahr 2014/2015 vermeldete Logitech einen provisorischen Reingewinn von 135 Millionen Dollar. Wegen weiterer Umbauarbeiten beim schweizerisch-amerikanischen Unternehmen könnte sich der Gewinn aber noch reduzieren.

Der provisorische Reingewinn wuchs um über 80 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie aus einer Mitteilung vom Donnerstagmorgen hervorgeht. Vor Jahresfrist hatte der Reingewinn noch 74 Millionen Dollar betragen, bedeutete aber damals die Rückkehr in die Gewinnzone nach schwierigen Jahren mit sinkendem Umsatz.

Videokameras boomen

Logitech verkaufte im Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr Produkte im Wert von 2,11 Milliarden Dollar. Dies entspricht einem Umsatzrückgang von einem Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei konstanten Wechselkursen würde es sich laut Logitech jedoch um einen Anstieg um zwei Prozent handeln.

Das Unternehmen betont zudem, dass der Umsatz bei den strategischen Produktekategorien, von denen sich Logitech unter anderem Wachstum verspricht, um sechs Prozent gestiegen sei. Die Verkäufe von Videokameras, etwa zum Einsatz in Videokonferenzen, und von mobilen Lautsprechern nahmen um 140 respektive 98 Prozent zu.

Dass der Gewinn trotz kaum verändertem Umsatz deutlich höher ausfiel, hängt auch damit zusammen, dass Logitech im Jahresvergleich deutlich tiefere Kosten trug.

Restrukturierung soll Kosten senken

Eine weitere Restrukturierung soll nun die Kosten weiter senken und den negativen Effekt des erstarkten Dollars ausgleichen helfen, wie Logitech-Chef Bracken Darrell in der Mitteilung ankündigt. Es sei deshalb im laufenden Geschäftsjahr mit Restrukturierungskosten von 15 bis 20 Millionen Dollar zu rechnen.

Konkret will Logitech aus dem OEM-Geschäft aussteigen, also dem Geschäft mit Komponenten (etwa Computer-Mäusen), die andere Hersteller dann mit ihren Produkten verkaufen. Der Videokonferenz-Bereich Lifesize soll zudem reorganisiert werden und auf Cloud-basierte Lösungen fokussiert werden.

Zahlen könnten sich noch markant ändern

Im Zusammenhang mit Lifesize werde auch eine Wertberichtigung auf dem Goodwill (123 Millionen Dollar) für das einst eingekaufte Geschäft geprüft. Käme es dazu, könnten sich die Geschäftszahlen für das abgeschlossene Geschäftsjahr noch markant verändern, teilte Logitech weiter mit.

Im Ausblick auf das neue Geschäftsjahr hält das Unternehmen an den im März veröffentlichten Zielen grundsätzlich fest. Demnach soll der Umsatz im Retailgeschäft zu konstanten Währungen um 7 Prozent wachsen und ein Non-Gaap-Ebit von 150 Millionen erreicht werden.

(reuters/awp/sda/moh(dbe)