Die Aktien der Credit Suisse notieren am Vormittag nach Gewinnmitnahmen mit Kursverlusten. Das von der Grossbank veröffentlichte Ergebnis zum zweiten Quartal 2013 übertraf zwar die Erwartungen des Marktes leicht, insgesamt bot es aber keine Überraschungen. Als leicht enttäuschend wird von verschiedenen Analysten das Abschneiden der Investment Bank gewertet.

Bis gegen 10.30 Uhr verlieren die CS-Aktien 2,3 Prozent auf 27,74 Franken . Die Valoren des Branchennachbarn UBS büssen 0,5 Prozent ein und der Gesamtmarkt (SMI) notiert 0,09 Prozent unter dem Schlussstand vom Vortag.

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Die Bank habe insgesamt die Konsenserwartungen, aber auch seine eigenen Schätzungen übertroffen, schreibt Daniele Brupbacher von der UBS in einem Kommentar. Dabei seien die Resultate des Investment Bankings im Rahmen, jene des Wealth Managements aber über den Prognosen ausgefallen.

Vor dem Hintergrund der starken Resultate der Vergleichsbanken, könnte das Ergebnis des CS-Investment-Banking als leichte Enttäuschung aufgefasst werden, so Brupbacher weiter.

Vergleich mit US-Banken

Die Entwicklung im Investment Banking hätte besser sein können, schreibt auch Teresa Nielsen von der Bank Vontobel. Sie hätte erwartet, dass nach der starken Performance der US-Investment-Banken das Investment Banking der Nummer zwei in der Schweiz bessere Resultate veröffentlichen würde.

Dagegen stelle das Wealth Management eine positive Überraschung dar. Das Ergebnis dieser Sparte sei über ihren und den Konsensschätzungen ausgefallen und seien im Rahmen des Unternehmensziels für 2013 bis 2014 gelegen. Auch die Bruttogewinnmarge von 111 Basispunkten liege - hauptsächlich aufgrund höherer Transaktions- und Performance-Gebühren - über den Schätzungen.

Die Kostenbasis sei jedoch unerwartet hoch geblieben, daher sei der Vorsteuergewinn 24 Prozent hinter ihren Prognosen gelegen, schreibt Nielsen weiter.

Bardividende positiv bewertet

Das Wealth Management habe mit 7,5 Milliarden Franken einen guten Nettoneugeldzufluss erzielt, vor allem dank deutlich besserer Zuflüsse in der Schweiz (2,7 Milliarden), ergänzt Andreas Venditti von der ZKB.

Insgesamt bezeichnet Venditti das Konzernergebnis der CS als solide. Das um Sondereffekte bereinigte Zweitquartalsergebnis sei leicht über seinen Schätzungen ausgefallen. Die Markterwartungen seien seines Erachtens jedoch in den letzten zwei Wochen aufgrund der guten Ergebnisse der US-Grossbanken und der positiven Vorankündigung der UBS schon gestiegen, gibt Venditti zu bedenken.

Im weiteren würdigen die Analysten, dass die Bank mit ihrer Kapitalausstattung die Schweizerischen Regulierungsvorschriften übertrifft. Die nun lockenden Aussichten auf eine Bardividende für 2013 werden ebenfalls positiv vermerkt.

(tno/awp)