Die Liechtensteiner Verwaltungs- und Privat-Bank (VP Bank) weist für das Geschäftsjahr 2014 wie erwartet einen deutlichen Gewinnrückgang aus. So sackte der Konzerngewinn um 48 Prozent auf 20,0 Millionen Franken ab. Grund hierfür waren Wertkorrekturen im Zinsabsicherungsgeschäft, die bereits im Sommer 2014 zu einer Gewinnwarnung geführt hatten.

Der Generalversammlung soll eine Dividende von 3,00 Franken (VJ 3,50) je Inhaberaktie und 0,30 Franken (VJ: 0,35) je Namenaktie vorgeschlagen werden, wie die Vermögensverwalterin am Dienstag mitteilte.

Niedrigzins belastet

Das schwache Abschneiden begründet das Institut mit dem Niedrigzinsumfeld. Dies hatte bereits zum Halbjahr zu nicht realisierten Verlusten auf Zinsabsicherungsgeschäfte geführt und den Halbjahresgewinn einbrechen lassen. «Die weiter rückläufigen Kapitalmarktzinsen im Schweizer Franken verursachten nicht realisierte Bewertungsverluste auf den Zinsabsicherungsgeschäften, die zu diesem Rückgang führten», begründet die Bank selbst den Einbruch.

Der Bruttoerfolg fiel im abgelaufenen Geschäftsjahr um 7 Prozent auf 222,7 Millionen Franken. Gleichzeitig konnte die Bank den Geschäftsaufwand um lediglich 1,6 Prozent auf 165,3 Millionen Franken senken. Die Cost-Income-Ratio lag bei 74,2 Prozent und damit über dem Vorjahreswert von 70,2 Prozent.

Mehr als 30 Milliarden betreute Vermögen

Die betreuten Vermögen (AuM) beziffert die VP Bank per Ende 2014 mit 30,9 Milliarden Franken (VJ 30,4 Milliarden). Die gesamten Kundenvermögen - einschliesslich der Custody-Vermögen - lagen Ende Jahr bei 38,6 (39,4) Milliarden Franken. Beim Neugeld meldet das Institut einen Abfluss von 850 Millionen Franken. Im Jahr davor hatte der Vermögensverwalter noch einen Zufluss von 965 Millionen Franken erzielt.

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Beim Blick nach vorne dürfte vor allem die Nachricht, dass die VP Bank ihre Mittelfristziele überprüfen werde, für Beachtung sorgen. Bislang hatte sich die Bank zum Ziel gesetzt, eine Tier 1 Ratio von mindestens 16 Prozent zu erreichen, eine Cost/Income Ratio von 65 Prozent sowie ein Nettoneugeldzufluss von durchschnittlich 5 Prozent pro Jahr. Die habe bis Ende 2014 gegolten, heisst es in dem Bericht. «Eine Überprüfung dieser Ziele hat die Notwendigkeit von Anpassungen ergeben.»

Unsicherheiten im laufenden Jahr

Für das laufende Jahr hebt das Institut die anhaltenden Unsicherheiten hervor. Die Aufhebung des Euro-Mindestkurses und die Verschiebung des Dreimonats-Libor-Zielbandes durch die SNB im Januar 2015 haben zu grossen Verwerfungen an den Märkten geführt. Dies mache das Umfeld schwierig und werde den weiteren Geschäftsverlauf beeinflussen, kündigt die Bank an.

(awp/ise/ama)