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Basel
Gewinnrückgang und Jobabbau bei Lonza

Der Produktionsstandort von Lonza in Visp: Das Unternehmen hat sein Joint Venture mit Teva beendet. (Bild: Keystone)

Beim Lifesciencekonzern steht im ersten Semester ein Minus zu Buche. Bis Ende Jahr will Lonza rund 250 Arbeitsplätze streichen.

Veröffentlicht am 25.07.2013

Der Lifesciencekonzern Lonza hat im ersten Halbjahr 2013 weniger umgesetzt und verdient. Daneben setzt das Basler Unternehmen im Zuge seiner Neuausrichtung eine Reihe weitreichender strategischer Entscheidungen um.

Der Umsatz sank in der Berichtsperiode um 11 Prozent auf 1,74 Milliarden Franken. Der Ebitda ging um 3,7 Prozent auf 334 Millionen Franken zurück, entsprechend einer 2,8 Prozentpunkte höheren Marge. Der Ebit sank derweil um 31 Prozent auf 112 Millionen und der Reingewinn um 51 Prozent auf 41 Millionen Franken.

Mit den ausgewiesenen Zahlen hat Lonza die Schätzungen der Analysten verfehlt. Der AWP-Konsens für den Umsatz lag bei 1,83 Milliarden, für den Ebit bei 143 Millionen und für den Reingewinn bei 64 Millionen Franken.

Lonza hat verschiedene, strategische Aufgaben und Aktivitäten eingeleitet. So werden beispielsweise die zukünftigen mikrobiellen Biologics-Anlagen und -Aktivitäten am Standort in Visp konzentriert und konsolidiert. Die Anlage in Hopkinton (USA) werde in der Folge allmählich heruntergefahren.

Abbau von rund 250 Arbeitsplätzen

Dies löse eine Wertberichtigung von 69 Millionen Franken aus, welche im ersten Halbjahr 2013 ausgewiesen seien. Die Restrukturierungskosten von rund 34 Millionen würden im zweiten Halbjahr ausgewiesen.

Die Massnahmen in Hopkinton, eine ebenfalls am Berichtstag angekündigte Schliessung einer Anlage in St. Beauzire (FR) sowie die bereits früher angekündigte Schliessung des Standortes Swords in Irland werde zu einem Stellenabbau von ungefähr 250 Arbeitsplätzen bis Ende des Jahres führen.

Diese Optimierungen sollen die Kostenbasis um 100 Millionen Franken bis Ende des Jahres 2016 senken; die Mehrheit der Aktivitäten werde bis zum Jahr 2015 umgesetzt, so Lonza weiter.

Zusammenarbeit mit Teva wird beendet

Ferner habe Lonza die Abspaltung des Wood-Treatment-Geschäfts beschlossen, heisst es. Dabei würden alle strategischen Möglichkeiten in Betracht gezogen.

Beendet wird die Zusammenarbeit mit Teva für biotechnologische Nachahmerprodukte. Damit entfielen Investitionsverpflichtungen in Höhe von 150 Millionen Dollar in den kommenden drei Jahren.

Wachstum des Kern-Ebit erwartet

Lonza bekräftigt des Ausblick für das laufende Jahr insofern, als dass unverändert ein rund 10 Prozent höherer Ebit angestrebt wird. Dies gilt jedoch neu für den Kern-Ebit, das heisst vor Wertminderungen. Das Unternehmen sieht sich «für ein weiteres solides Wachstum» im Jahr 2014 und darüber hinaus gerüstet.

Konkret erwarte Lonza ein Wachstum des Ebit-Kernergebnisses im zweistelligen Bereich und für das Jahr 2015 wurde das Ziel einer Ebitda-Marge von 20 Prozent bestätigt.

(tno/awp)


Anmerkung: Zuvor war in diesem Artikel nicht von einem Gewinnrückgang die Rede, sondern von einer Gewinnsteigerung - konkret von einem Ebit-Plus um 9,8 Prozent auf 213 Millionen Franken die Rede. Dabei handelte es sich um die Angabe zum Kern-Ebit. 

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