Der Dentalimplantatehersteller Straumann hat im ersten Halbjahr 2012 unter einem schwachen Konjunkturumfeld gelitten, jedoch gleichwohl vom Wegfall von Sonderfaktoren profitiert. Während der Umsatz um 1,5 Prozent auf 361,7 Millionen Franken sank, kletterten der EBIT um 37 Prozent auf 53,3 Millionen und der Reingewinn um 14 Prozent auf 43,8 Millionen.

Der Gewinnsprung ist jedoch auf Sondereffekte im Vorjahr zurückzuführen. So hatte Straumann 2011 eine Wertminderung von 40,2 Millionen Franken auf einen japanischen Distributor vorgenommen. Im ersten Halbjahr 2012 belasteten der Ausbau des Marketing- und Vertriebsteams sowie Kosten für eine Ende 2011 kommunizierte Neuorganisation der Gesellschaft das Geschäft.

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Mit den vorgelegten Zahlen wurden die Prognosen der Analysten verfehlt. So haben Analysten im Durchschnitt einen Umsatz von 362,6 Millionen Franken, einen EBIT von 59,7 Millionen und einen Reingewinn von 48,5 Millionen erwartet.

In Nordamerika und den Schwellenmärkten erzielte Straumann den Angaben zufolge ein zweistelliges Wachstum in Lokalwährungen. Dabei habe sich auch am US-Markt die starke Dynamik des ersten Quartals zuletzt etwas abgeschwächt; die fundamentalen Wachstumsfaktoren blieben jedoch weiterhin intakt. Das Wachstum in Nordamerika und den Schwellenmärkten habe jedoch nicht ausgereicht, den Rückgang in der grössten Konzernregion Europa auszugleichen.

Wie Straumann weiter mitteilte, habe der Kauf einer 49 Prozent-Beteiligung an der brasilianischen Neodent die Liquidität der Gesellschaft deutlich verringert. Man habe deshalb entschieden, das Aktienrückkaufprogramm nicht weiterzuführen. Insgesamt habe Straumann 204'000 eigene Aktien für 29 Millionen Franken erworben hat.

Der Markt für Zahnersatz dürfte im Gesamtjahr bestenfalls stabil bleiben, urteilt Straumann. Die Gruppe erwartet, den Markt zu übertreffen und 2012 eine ausgewiesene EBIT-Marge in der Grössenordnung des Halbjahresergebnisses (14,7 Prozent) zu erzielen.

Damit wurde die Guidance von Frühjahr gesenkt, als noch ein Marktwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich sowie Margen mindestens auf Niveau des Vorjahres in Aussicht gestellt wurden.

(rcv/muv/awp)