Im ersten Halbjahr stieg der Gesamtertrag bei Swissquote um 16,5 Prozent auf 90,5 Millionen Franken. Unter dem Strich schoss der Reingewinn gar um 60,8 Prozent auf 17,9 Millionen Franken in die Höhe.

Das ist der höchste Reingewinn in einem Semester seit der Finanzkrise im Jahr 2008. «Wir haben supergute Zahlen», sagte ein sichtlich zufriedener Swissquote-Chef Marc Bürki vor den Medien in Zürich.

Wieder mehr Börsenhandel

Dabei profitierte Swissquote davon, dass die Kunden wieder mehr an den Börsen handelten. Der Kommissionsertrag legte um gut 12 Prozent auf knapp 39 Millionen Franken zu. Dazu habe auch die automatische Vermögensverwaltung durch Software (im Fachjargon Robo-Advisory genannt) beigetragen. «Wir sind mächtig stolz auf das Robo-Advisory», sagte Bürki. Dieses würde mehr Gelder verwalten, als man erwartet habe.

Mit 167 Millionen Franken nur durch Algorithmen verwalteten Vermögen sei Swissquote mit Abstand der grösste Anbieter der Schweiz. Die Nachfrage der Kunden sei gross. «Wir sind absolut überzeugt, dass wir unser Ziel von 1 Milliarde Vermögen bis 2020 erreichen werden», sagte Bürki. Zudem sei der Derivatehandel gut gelaufen.

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Devisenhandel sprudelt

Auch der Zinsertrag und die Einnahmen aus dem Devisen- und Währungshandel sprudelten. Der grosse Teil des Devisenhandels mit Hebelprodukten entfalle auf Kunden im Ausland, sagte Bürki. Das Geschäft wachse in Dubai und London massiv.

Markant sei die Steigerung der Kundengelder, die um gut ein Viertel auf 21,2 Milliarden Franken geklettert seien. Damit habe das Depotvermögen erstmals in der Swissquote-Geschichte die Grenze von 20 Milliarden Franken geknackt. Grund für den steilen Anstieg seit Anfang 2016 ist unter anderem die Übernahme von Postfinance-Kunden ab Mai 2016.

Per Saldo flossen der Onlinebank Neugelder von 1,5 Milliarden Franken zu. Das habe man aus eigener Kraft geschafft, sagte Bürki: «Auch darauf sind wir auch mächtig stolz.» Früher sei man bereits bei 1 Milliarde pro Halbjahr zufrieden gewesen.

Resultat verdoppeln

Für die Zukunft zeigte sich die Bankspitze optimistisch: Für das zweite Halbjahr rechne man mit einer ähnlich positiven Entwicklung: «Wenn wir das erste Halbjahr verdoppeln, haben wir ein gutes Jahr 2017», sagte Bürki.

Bei der technologischen Entwicklung will Swissquote vorne mitmischen. Ein paar tausend Kunden würden die 3D-Brille zum Aktienhandel verwenden. Und mit dem unlängst gestarteten Handel von Bitcoin verdiene Swissquote bereits gutes Geld, sagte Bürki.

Damit sei Swissquote die erste Bank in Europa, die einen Bitcoin-Handel auf ihrer Plattform anbiete. Der Start sei sehr gut verlaufen. Swissquote mache bereits 0,2 Prozent des weltweiten Bitcoin-Handels aus.

Mit ihren Zahlen hat Swissquote die Erwartungen der Analysten weit übertroffen. An der Schweizer Börse schoss die Aktie um rund 13 Prozent nach oben.

(sda/chb)