Ein Thema zieht sich wie ein roter Faden durch die diesjährige Ausgabe des «Financial Product»-Specials. Das Schreckensgespenst Subprime, von der Kredit- zur Finanzkrise mutiert, geistert in den Köpfen der Anleger herum. Manch ein Besitzer von strukturierten Produkten wurde infolge der jüngsten Kursstürze und der damit verbundenen Knock-outs unverhofft zum Inhaber von schwächelnden Aktien. Allumfassende Zahlen über das Ausmass der Barrierendurchbrüche liegen zwar noch nicht vor. Auf die Frage, wie viel Prozent der gehandelten Produkte in den letzten Monaten durch die Marktturbulenzen ausgeknockt wurden, antwortet Marc Zahn, CEO von Scoach: «Wir erarbeiten im Moment eine Statistik.»

Diese wird jedoch nicht vor Mai oder Juni vorliegen. Die am häufigsten von Knock-outs betroffenen Produkte sind Barrier Reverse Convertibles. Nach den Warrants sind sie die zweithäufigste Produktkategorie in der Schweiz. Im Februar wurden bei Scoach 2848 Barrier Reverse Convertibles gehandelt, von insgesamt 24188 Produkten. Damit besteht bei rund 12% der insgesamt gelisteten Produkte in der Schweiz das Risiko, dass Barrieren durchbrochen und Basiswerte geliefert werden, die zuvor herbe Kursverluste hinnehmen mussten. Erste Anzeichen der bedrückten Stimmung: Scoach hat in den Monaten Januar und Februar 9 resp. 8% weniger Umsatz erzielt als im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Heinz Zimmermann, Professor für Finanzmarkttheorie in Basel, bestätigt, dass ein Vertrauensverlust der Anleger gegenüber den strukturierten Produkten stattgefunden hat. Das kann nicht im Interesse der Emittenten liegen. Schliesslich sollen Anleger die Produkte weiterhin kaufen. Um eine Vertrauenskrise zu verhindern, gehen viele Emittenten jetzt in die Offensive. Neue Tools, Leitfäden und Informationsveranstaltungen sollen für Abhilfe sorgen. Transparenz heisst das neue Zauberwort. Dass Handlungsbedarf in Sachen Aufklärung besteht, zeigt auch die Umfrage von Demoscope: Immerhin sagt über ein Viertel der 2007 befragten Anleger aus, nicht in strukturierte Produkte investiert zu sein, weil die Produkte nicht verstanden werden. Wer sich trotz mangelndem Wissen um die Risiken an die Derivate getraut hat, dürfte in den letzten Monaten manch böse Überraschung erlebt haben. So verfügen beispiels- weise Renditeoptimierungsprodukte, zu welchen auch die Barrier Reverse Convertibles zählen, nur über einen Teilschutz. Bei grossen Kursstürzen hebt sich dieser jedoch auf.