Die Gewinnmarge für viele europäische Speditionsunternehmen beträgt gerade einmal 2 bis 3 Prozent. Das bedeutet, dass jedes zusätzliche Kilogramm, das ein Nutzfahrzeug laden kann, einen grossen Unterschied ausmachen kann. Daher stellen die Volvo-Ingenieure intensive Untersuchungen zur Gewichtsoptimierung ihrer Fahrzeuge von den Rädern aufwärts an. Unterstützt werden sie dabei von einer umfassenden Testanlage. «Der Lastwagen ist eine Arbeitsmaschine mit einem Preis pro Kilo, unabhängig von seinem Einsatzgebiet», erklärt Göran Johansson, Leiter der Abteilung für Haltbarkeitstests von Achsen, Aufhängungen, Lenkungen und Bremsen bei Volvo Trucks. Die Bemühungen zur Optimierung des Fahrzeuggewichts richten sich weitgehend auf die Erprobung neuer, leichterer Materialien und Konstruktionen, ohne dass Abstriche bei der Qualität gemacht werden. An dieser Stelle kommt die Testanlage von Volvo Trucks ins Spiel. Auf dieser werden alle neuen Achsen und Aufhängungssysteme strengen Tests unterzogen, um deren Stärke und Haltbarkeit zu untersuchen. Die Verringerung des Fahrgestellgewichtes selbst ist eine herausfordernde Aufgabe für Entwicklungsingenieure. Tatsache ist, dass der Anteil der eigentlichen Ladung am Gewicht eines Lastzugs in den vergangenen Jahrzehnten abgenommen hat.

Fahrzeuggewicht nimmt eher zu

Dafür gibt es verschiedene Gründe: Fahrer wählen Zubehör, welches das Gewicht des Fahrzeugs erhöht; hohe Treibstoffpreise bedeuten, dass Kunden grössere Tanks wünschen, damit sie dort volltanken können, wo der Treibstoff günstig ist; und schliesslich gibt es gesetzliche Regelungen für die Emissionen, also die Euro-3-, -4-, -5- und die bevorstehende Euro-6-Norm, deren Kehrseite eine schwerere Abgasreinigungstechnologie ist.

Ein höherer Frachtanteil hat Auswirkungen auf die Fernverkehrsrouten, wo es äusserst wichtig ist, die Ladekapazität des Lastwagens zu maximieren. Die Erhöhung der Zuladung um 200 Kilo bedeutet für eine Spedition, die 50 Fahrzeuge im Fernverkehr einsetzt, eine Umsatzsteigerung von 20 000 bis 30 000 Euro pro Jahr. Für eine Spedition in einem Tätigkeitsbereich, bei dem das Gewicht eine besonders grosse Rolle spielt, wie etwa bei Tank- und Silotransporten, liegt der entsprechende Wert noch deutlich höher.

Anzeige

Wenn Volvo neue gewichtsoptimierte Materialien und Konstruktionen testet, ist es entscheidend, dass diese den Belastungen des täglichen Betriebs ausgesetzt werden. Dieser Prozess beginnt auf dem Erprobungsgelände in Hällered. Dort werden die Fahrzeuge unterschiedlichen Einsatzbedingungen ausgesetzt, um die täglichen Transportaufgaben der Kunden auf der ganzen Welt zu simulieren. Angefangen von Schlaglöchern, über Steigungen, Waschbrettpisten und scharfe Kurven bis hin zu Beschleunigungs- und Bremsabfolgen - es fehlt nichts, was einem Nutzfahrzeug im täglichen Einsatz in den Weg kommen könnte. Die Zeitersparnis im Vergleich zu langwierigen Tests von Achsen und Aufhängungssystemen auf der Teststrecke ist von grossem Wert.