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Carchauffeure
Gezielt ausbilden

Hubkissen: Zum Anheben des Fahrzeugs

In der Schweizer Reisebusbranche herrscht ein Mangel an gut ausgebildeten Carlenkern. Mit einem Joint Venture werden nun Grundlagen für ein Ausbildungsprogramm für Chauffeure geschaffen.

Von Kurt Bahnmüller
am 27.05.2014

Busreisen (Tagesausflüge wie Ferienreisen) haben – das gilt auch für die Schweiz – in den vergangenen Jahren an Beliebtheit deutlich gewonnen, bieten diese doch zahlreiche Annehmlichkeiten. Probleme bereitet den Reiseunternehmen hingegen die Tatsache, dass fähige und gut ausgebildete Carchauffeure fehlen.

Gemäss Zahlen des Nutzfahrzeugverbands Astag sind in der Schweiz rund 38000 Personen mit einem Fähigkeitsausweis der Kategorie D/D1 (Car und Kleinbusse) registriert. Davon sind rund 42 Prozent zwischen 50 und 70 Jahre alt. Eine ­gezielte Nachwuchsförderung ist also dringend nötig.

Allerdings ist die Ausbildung zum Berufschauffeur normalerweise mit einem hohen finanziellen Aufwand verbunden. Im Durchschnitt muss eine Kandidatin oder ein Kandidat mit dem PW-Ausweis rund 200 Stunden für die Ausbildung zum Berufschauffeur investieren, wie das Aargauer Ausbildungszentrum Drivesuisse bestätigt. Personen, die bereits einen Lastwagenausweis besitzen, müssen rund 100 Stunden aufwenden. Im Durchschnitt kostet die Ausbildung für Umsteigerinnen und Umsteiger rund 15000 Franken.

Initiative kommt aus dem Aargau

Nun wollen der Aargauer Busreiseveranstalter Twerenbold Reisen, Baden, und das Ausbildungszentrum Drivesuisse, Wohlen, mit einem gemeinsamen Projekt die Ausbildungskosten für Umsteigerinnen und Umsteiger deutlich drosseln und so den Nachwuchs fördern. Twerenbold stellt dem Ausbildungszentrum Drive­suisse einen neuen, modernen Reisebus für die Ausbildung zur Verfügung. Dadurch können die Ausbildungskosten für geeignete Bewerberinnen und Bewerber deutlich reduziert werden, weil Twerenbold bei einer erfolgreichen Anstellung die Kosten massgeblich mitträgt.

Das Joint Venture sieht weiter vor, dass talentierte Umsteigerinnen und Umsteiger ein zinsloses Darlehen erhalten. Dieses wird bei einer erfolgreichen Ausbildung und Anstellung teilweise er­las­sen. «Wir sind überzeugt, damit die Attrakti­vität einer Umschulung deutlich zu steigern», erklärt Heinz Weber, Geschäftsleiter der Twerenbold Reisen AG. Im Gegenzug übernimmt das Ausbildungszentrum Drivesuisse die Rekrutierung geeigneter Personen, intensiviert die Talentsuche und ist für die professionelle Ausbildung verantwortlich. «Das ist eine grosse Chance, um den akuten Mangel an Berufschauffeuren zu bekämpfen. Damit senken wir die Hemmschwelle für viele interessierte Berufstätige, welche vielleicht als Traumberuf im Hinterkopf haben, auch einmal am Steuer von Reisebussen zu ­sitzen», erklärt Jörg Veil, Inhaber und ­Geschäftsführer von Drivesuisse.

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