Von der richtigen und zielgenauen Navigation der Kommissioniergeräte hängt die Effizienz eines Lagers in hohem Masse ab. Kann das Lagerverwaltungssystem die Position der Stapler jederzeit genau definieren und das Fahrzeug automatisch an die richtige Stelle im Gang navigieren, führt dies zu deutlich mehr Flexibilität und Produktivität im Lager. Um diesen Vorgang weiter zu optimieren, bringt der Flurfördergerätehersteller Jungheinrich AG im Frühjahr 2009 zwei neue Fahrzeuge auf den Markt. Dabei handelt es sich um Vertikalkommissionierer der Baureihen 2 und 3 (EKS 210 und EKS 312).

Im Fokus: Hohe Pickleistung

Während es sich beim EKS 312 um die Neuentwicklung einer bereits seit Jahren im Markt befindlichen Baureihe an Kommissionierern handelt, erlebt die Baureihe 2 ihre Weltpremiere. «Die Einführung dieser neuen Baureihe trägt dem Wandel in der Logistik sowie der in den vergangenen Jahren stark gestiegenen Bedeutung des Kommissionierens Rechnung», unterstreicht Sebastian Riedmaier, Leiter Produktmanagement und Produktmarketing für Systemfahrzeuge bei Jungheinrich. Im Mittelpunkt der Entwicklung standen die Anforderung nach hoher Pick-leistung, eine lange Einsatzdauer sowie ein hohes Mass an Flexibilität. Riedmaier dazu: «Aus diesem Grund haben wir uns für zwei unterschiedliche Fahrzeugkonzepte entschieden.»

Der neue Jungheinrich-Vertikalkommissionierer EKS 210/312 ist serienmässig mit der erstmals zur CeMAT 2008 vorgestellten RFID-Lagernavigation ausgestattet. Das Fahrzeug kommuniziert dadurch nicht nur mit dem Boden, sondern auch mit dem Lagerverwaltungssystem (LVS), dessen Informationen direkt in die Steuerung des Staplers eingehen. Basis für die Lagernavigation sind die Module «Horizontal-Positionierung» und «Hubhöhen-Vorwahl». Der Kommissionierer erhält vom Lagerverwaltungssystem Kommissionieraufträge, die der Bediener nur noch per Klick am Terminal annehmen muss. Das LVS sendet der Steuerung des Staplers daraufhin die nächste Pickposition. Der Fahrer steuert den Gang an, in dem die Ware lagert. Innerhalb des Ganges beginnt anschliessend die halbautomatische Anfahrt des Lagerplatzes durch das Fahrzeug. «Die gewünschte Regalposition wird nach Freigabe durch den Bediener auf kürzestem Weg, mit optimaler Geschwindigkeit und niedrigstem Energieeinsatz, automatisch angefahren», so Riedmaier weiter. «Der Fahrer muss nur noch den Fahrtaster bedienen.»

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25 Prozent höhere Leistung

Erste Tests haben gezeigt, dass man bei der Nutzung dieses Systems mit einer Steigerung der Umschlagleistung bis zu 25% rechnen kann. Zudem wird der Fahrer entlastet, da er völlig entspannt und «ohne Wegsuche» zur richtigen Stelle gebracht wird. Ähnlich dem Prinzip «pick-by-light» leuchtet beim Erreichen der richtigen Position eine Lampe an der entsprechenden Seite des Fahrzeuges auf. Diese weist den Fahrer darauf hin, ob er aus dem linken oder rechten Regalfach zu kommissionieren hat. Damit kann die Pickqualität deutlich verbessert werden.

Der EKS 210 ist dank seiner kompakten Bauweise sehr wendig. Die Rahmenbreite liegt bei nur 90 cm, die Länge bei knapp über 2,70 m. Das Gerät kommt auf Spitzengeschwindigkeiten von 9 km/h. Der Wenderadius liegt bei 1550 mm. Das Fahrzeug besitzt eine Tragfähigkeit von 1000 kg und kann diese in Hubhöhen von bis zu 6 m heben. Der EKS 210 wurde speziell für die freie Verfahrbarkeit im Breitgang konzipiert, kann aber auch systemintegriert, also vom Lagerverwaltungssystem gesteuert, im Schmalgang eingesetzt werden.

Beim EKS 312 handelt es sich um ein leistungsstarkes Fahrzeug mit einer hohen Tragfähigkeit und Stabilität. Das Gerät kann Lasten von bis zu 1200 kg heben. Die maximale Hubhöhe beträgt 9,5 m. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 10,5 km/h. Mit einer Gesamtbreite von 1 m und einer Länge von etwas mehr als 3,3 m ist der EKS der Baureihe 3 nur unwesentlich grösser als der EKS der Baureihe 2. Der Wenderadius liegt bei 1,65 m. Das Fahrzeug wurde speziell für grosse Hubhöhen konzipiert und kommuniziert mit dem Lagerverwaltungssystem.