Mit einem Nettoumsatz von 990 Mio Euro verzeichnete der Speditions- und Logistikkonzern Gebrüder Weiss (GW) 2008 ein moderates Wachstum, das vorrangig aus den ersten drei Quartalen resultierte. Alle geplanten Investitionen in Höhe von rund 49 Mio Euro wurden bei einer stabilen Eigenkapitalquote von über 50% realisiert. Der Cashflow liegt deutlich über 50 Mio Euro. «Die gesunde wirtschaftliche Basis von Gebrüder Weiss ist gerade in schwierigen Zeiten von besonderer Bedeutung. Den aktuellen Herausforderungen stellen wir uns mit Mut, Konsequenz und Zuversicht», erklärt Vorstandsvorsitzender Wolfgang Niessner.

Der grösste Teil des Umsatzes wird mit 40% durch die Landverkehre erwirtschaftet, wovon 28% die internationalen Landverkehre ausmachen. Weitere 13% werden im Bereich Luft- und Seefracht generiert. Eine tragende Rolle spielt aber mit 26% auch der Bereich Logistik. Neben Spedition und Logistik ist der Paketbereich eine zusätzliche Säule des Konzernerfolgs. Der Gebrüder-Weiss-Paketdienst bietet in der Mehrzahl der österreichischen Bundesländer die Dienstleistungen des deutschen Paketdienstes (DPD) an. Im letzten Jahr konnte der Paketumsatz mit 126,2 Mio Euro erneut gesteigert werden.

Expansion in der Schweiz

Am 100-Mio-Euro-Investitionsprogramm in Mittel- und Osteuropa hält das Unternehmen vorerst fest. Dieses Jahr werden in Bukarest und Senec je eine neue Logistikanlage eröffnet. Konzepte für die Standorte Belgrad, Sofia und Zagreb sind in Prüfung, entsprechende Entscheidungen sollen noch im laufenden Jahr fallen. Insgesamt sind für dieses Jahr Investitionen in Höhe von 34 Mio Euro vorgesehen. Zusätzlich wird in Österreich 2009 ein neues Logistikterminal in Maria Saal fertiggestellt, und ein Teil der Firmenzentrale in Vorarlberg wird an einen neuen Standort umziehen. Finanzvorstand Wolfram Senger-Weiss, der auch den Bereich Mergers and Acquisitions verantwortet, fügt hinzu: «Im Rahmen unserer organisch geprägten Wachstumsstrategie verstehen wir Firmenübernahmen als sinnvolle Ergänzung. Letztes Jahr haben wir vor allem auf dem Schweizer Markt unsere Präsenz ausgebaut.» Am Standort Zürich wurde Anfang 2008 die Freight Factory und Aersped übernommen sowie später in Basel die DescaTrans und MSV. Im Weiteren wurde Ende 2008 das neue GW-Logistikzentrum in Pratteln in Betrieb genommen. «Für unsere Kunden steht damit eine abgerundete Dienstleistungspalette auf dem Schweizer Markt zur Verfügung», so Senger-Weiss weiter. Ausserdem wurde die Landesorganisation auf dem tschechischen Markt durch die Übernahme der Hellmann Landverkehrs-Organisation ausgebaut.

Expansion in Asien

Heinz Senger-Weiss, Air & Sea-Vorstand, ist mit dem vorläufigen Ergebnis für seinen Bereich zufrieden: Im Netzwerk mit dem Joint-Venture-Partner Röhlig konnte der gemeinsame Umsatz auf 294 Mio Euro ausgebaut werden. Der konsolidierte Umsatz von Gebrüder Weiss Air & Sea betrug 2008 rund 201 Mio Euro. Im letzten Jahr wurde ein besonderer Fokus auf die strategische Zielsetzung, den steten organischen Ausbau der GW-Strukturen, gelegt. 2008 entspricht dies einem Mitarbeiterwachstum von 14%.

In Japan und Thailand ist mit dem deutschen Joint-Venture-Partner Röhlig jeweils ein neues Büro in der Landeshauptstadt eröffnet worden. Im Rahmen der internationalen Netzwerkentwicklung steht für 2009 der Markteintritt in Indien auf dem Programm. Hier hat Röhlig zu Jahresbeginn eine 50%tige Beteiligung an der Tricon Shipping Pvt. Ltd. in Chennai erworben. Der Zukauf ist mit 150 Mitarbeitern an 16 Standorten eine der führenden Luft- und Seefrachtspeditionen auf dem Subkontinent. Gebrüder Weiss übernimmt die Hälfte der Röhlig-Anteile und hält danach 25% des Tricon-Stammkapitals. Mit diesem Schritt ist Gebrüder Weiss auf einem der wichtigsten Wachstumsmärkte in Asien vertreten. Nachdem im November 2008 bereits eine neue Tochtergesellschaft in Japan eröffnet wurde, investiert Gebrüder Weiss auch in den thailändischen Markt. Durch den Einbezug des langjährigen Thailand-Partners East-West Logistics Co. Ltd., der zu den 20 grössten Spediteuren des Landes zählt, greift das Joint Venture von Anfang an auf eine gute Infrastruktur zurück. «Mit der Gründung Weiss-Röhlig Thailand Ltd. haben wir einen weiteren wichtigen Schritt nach Südostasien gemacht», stellt Joe Lässer, Direktor Air & Sea, fest.

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