US-KREDITKRISE. «Amerika steht meines Erachtens bereits in einer Rezession», behauptet der für seine Untergangsprognosen bekannte Börsenguru Marc Faber. «Der amerikanische Patient ist nicht rauschgift-, sondern kreditsüchtig. Ich würde ihm eine Entziehungskur verschreiben», sagt er im Interview mit der «Handelszeitung».

Für einen Einstieg bei den Schweizer Bankaktien sei es zu früh: «Ich würde abwarten.» Zwar schliesst Faber eine technische Erholung nicht aus, doch warnt er: «Ich bin der Meinung, dass es sehr schwierig ist, die Banken zu analysieren.» Die UBS müsste sich laut Faber auf das Private Banking fokussieren und das Investment Banking abspalten. Eine ganz andere Meinung zu den Folgen der US-Kreditkrise vertritt Klaus Wellershoff, Chefökonom der UBS. «Ich sehe keinen Anlass zu übertriebener Sorge», beruhigt er. Denn Rezessionen würden nicht durch zu wenig Konsum, sondern durch eine mangelnde Investitionstätigkeit der Unternehmen ausgelöst – die sei aber intakt. Auch andere Anlageexperten versuchen, die erhitzten Gemüter der Investoren zu beruhigen: «Das Umfeld für Aktien ist intakt», versichert Thomas Steinemann, Chefstratege der Bank Vontobel. Er ist überzeugt, dass die US-Wirtschaft weich landen wird und sich die Aktienkurse schon bald wieder erholen werden. Attraktive Kaufchancen für mutige Anleger ortet auch Marc Schürer, Analyst bei Clariden Leu: «Schweizer Aktien sind der-zeit so unglaublich günstig», schwärmt er.