Brüssel will bei der Sicherheit von Spielzeug keine Kompromisse mehr erlauben. Verschärfte Vorschriften für Hersteller und Importeure sollen Kinder vor verschluckbaren Kleinteilen oder giftiger Chemie in Puppen, Teddys und Baukästen schützen. Die Spielzeugrichtlinie, die eine fast 20 Jahre alte Version ablösen soll, verbietet Stoffe, die Krebs erregen, das Erbgut verändern oder die Fortpflanzung gefährden können. Ausserdem werden die Grenzwerte für Blei und Quecksilber stark gesenkt.

Hersteller müssen nach Vorstellung der Kommission künftig eine technische Dokumentation für jedes ihrer Produkte erstellen lassen. Die Kontrollen durch nationale Behörden sollen verschärft werden, und auch die Zollbeamten sollen ein noch wachsameres Auge auf Spielwaren haben. Sollte die Richtlinie 2009 in Kraft treten, bekämen die EU-Länder neue Auflagen gemacht, wie oft ihre Zöllner etwa Container in Häfen öffnen und Proben entnehmen müssen.

Verschärfen will Industriekommissar Günter Verheugen auch die Vorschriften für Spielzeug, das im Zusammenhang mit Lebensmitteln verkauft wird. Spielzeuge, die fest mit Schokolade oder Gel verbunden seien, würden künftig verboten, sagte Verheugen. Das bekannteste Beispiel für «Schokolade und spielen», das Überraschungsei, ist allerdings nicht betroffen, weil es von Hand geöffnet werden kann.

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Im Einsatz bleibt das CE-Zeichen, obwohl es leicht zu fälschen ist. Denn es wird von Herstellern selbst angebracht, um zu dokumentieren, dass bestimmte Standards eingehalten wurden. Es soll künftig samt einer Kontaktadresse noch lesbarer auf der Verpackung angebracht werden.