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Raiffeisen-Bank
Gisel-Rücktritt: Nur der erste Schritt

Gisel
Patrik Gisel: Der Raiffeisen-Chef hat auf Ende Jahr seinen Rücktritt angekündigt.Quelle: Keystone

Der Rücktritt von Raiffeisen-Chef Patrik Gisel überrascht nicht. Er hätte das Schiff längst verlassen sollen.

Kommentar  
Von Stefan Barmettler
am 18.07.2018

Die Meldung von heute morgen, wonach Raiffeisen-Chef Patrik Gisel schon bald Geschichte ist, überrascht. Aber nicht, dass er das Schiff verlässt, sondern dass es bis zur Rücktrittsankündigung so lange gedauert hat. Gisel war längst nicht mehr tragbar, das wusste eigentlich jeder in der Finanzwelt – ausser er selber. Als ewige Nummer 2 hinter Raiffeisen-Patron Pierin Vincenz war er viel zu stark durch die Vergangenheit belastet. Nie hat er den Vorwurf, ein Abnicker in Vincenz Gnaden gewesen zu sein, widerlegen können. Und seine einfältige Zurschaustellung seines 2-motorigen Fliegers in den sozialen Medien zeugt nicht von jener Ernsthaftigkeit und Professionalität, die es in einer Zeit der erodierenden Reputation der Bank auf der Kommandobrücke braucht.

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Doch mit dem Abgang von Gisel ist es längst nicht getan. Auch VR-Präsident Pascal Gantenbein wird früher oder später zumindest das Präsidium abgeben müssen. Er ist schlicht zu unerfahren und zu wenig kompetent, um eine zutiefst erschütterte Bankengruppe, die systemrelevant ist und im Hypothekengeschäft ein veritables Klumpenrisiko hat, in eine unbelastete und risikofreie Zukunft zu führen. Der neue operative Chef der Raiffeisen – und wohl auch jener auf dem Präsidentenstuhl – werden von aussen kommen müssen. Darauf wird wohl auch die Finma, die Finanzmarktaufsicht, pochen.