Seit der Verkündung der Halbjahresresultate am vergangenen Freitag büsste der Aktienkurs des Aroma- und Riechstoffherstellers Givaudan etwas mehr als 3% ein. «Nicht unberechtigt», findet Daniel Bürki, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank (ZKB), denn: «Operativ war nicht alles so gut und das Unternehmen konnte keine wirklich stichhaltigen Argumente dafür liefern, warum das so war.» Trotzdem hält Bürki an seiner «Übergewichten»-Empfehlung fest und findet sich mit dieser in der knappen Mehrheit der Analysten. Der Titel sei moderat bewertet und, wenn die Börse schlecht laufe, eine stabile Absicherung.

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Hohe Margen sicherstellen

Eine Erklärung für die schlechtere Marge bei den Aromen sieht Bürki in den vielen Investitionen in den Schwellenländern und fügt an: «Um das Wachstum auch für die Zukunft zu sichern, muss das Unternehmen ja etwas tun.» Bei Lombard Odier Darier Hentsch ist man von den höheren Margen bei den Riechstoffen ebenfalls positiv überrascht, hat aber auch eine Erklärung parat: Trotz stärkerer Abhängigkeit von den Ölpreisen sei es bei den Riechstoffen besser gelungen, die höheren Rohmaterialkosten auf die Kunden abzuwälzen.

Zwar war die Wachstumsverlangsamung im 2. Quartal deutlich stärker als erwartet, aber der ZKB-Analyst betrachtet dies als Ausreisser. Neben der positiven Überraschung des 1. Quartals wiegt die Enttäuschung über das 2. Quartal zudem doppelt schwer. Auch Givaudan-CEO Andrier Gilles lässt verlauten, dass das 2. Quartal nicht als Massstab genommen werde. Schwierig wird es für Givaudan wohl trotzdem: Nach einem sehr guten 2. Semester im letzten Jahr muss sich das Genfer Unternehmen den eigenen hohen Vorgaben wohl beugen.

Optimismus bei Givaudan

Die leise Enttäuschung und die gefallenen Erwartungen bezüglich der Jahresergebnisse macht Givaudan mit anderen Vorzügen wieder wett: Solid und defensiv bietet sich der Titel als sichere Stütze in stürmischen Zeiten.