Die Abwicklung der maroden österreichischen Staatsbank Hypo Alpe Adria könnte die Gläubiger und die BayernLB viel Geld kosten. Das rot-schwarze Kabinett in Wien beschloss am Mittwoch mit einem Sondergesetz die Einrichtung einer «Bad Bank».

Dabei ist vorgesehen, dass die BayernLB als Alteigentümerin für den Hypo-Abbau 800 Millionen Euro sowie die Gläubiger von nachrangigem Kapital 890 Millionen Euro beitragen sollen. Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) sprach von einer «juristisch wohldurchdachten Möglichkeit», nicht nur die Steuerzahler zu belasten. Es gilt jedoch als sicher, dass die Betroffenen klagen werden.

Kreditausblick gesenkt

Angesichts des Schuldenschnitts hatte die US-Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) die Kreditausblicke von sieben österreichischen Banken gesenkt: Es handle sich um eine Schwächung der ausserordentlichen staatlichen Unterstützung für systemrelevante Institute. In die «Bad Bank» sollen im November faule Kredite im Buchwert von rund 17 Milliarden Euro eingebracht werden.

Die Hypo Alpe Adria, die von 2007 bis 2009 zur BayernLB gehörte, hatte sich mit riskanten Kreditvergaben in Südosteuropa verspekuliert. Die Landesbank und Österreich bezichtigen sich vor diversen Gerichten, von der anderen Seite bei Kauf und Verkauf der Bank falsch informiert worden zu sein.

(awp/me/sim)