1. Home
  2. Unternehmen
  3. Glarner Kantonalbank jagt das Geld

Justiz
Glarner Kantonalbank jagt das Geld

GLKB: Die Wolken der Vergangenheit hängen über dem Institut. Keystone

Mehr Geld: Die Glarner Kantonalbank zieht ein Urteil des Kantonsgerichts an die nächste Instanz weiter. Sie will 34 statt nur 16 Millionen Franken zugesprochen bekommen.

Veröffentlicht am 08.05.2015

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) will von ihren ehemaligen Bankräten, Geschäftsleitungsmitgliedern und der Revisionsstelle mehr Geld. Das Glarner Kantonsgericht sprach der Bank im März Schadenersatz in der Höhe von 16 Millionen Franken zu. Die Kantonalbank hatte in ihrer Klage aber einen Schaden von 34 Millionen geltend gemacht. Die vom Gericht vorgenommene Reduktion akzeptiert die GLKB nun nicht. Sie sei juristisch nicht gerechtfertigt, teilte die Kantonalbank am Freitag mit, weshalb das Geldinstitut in die Berufung geht.

Nicht einverstanden ist die Bank ausserdem mit der vom Kantonsgericht vorgenommenen «starken Einschränkung» der Solidarhaftung der Beklagten. Üblicherweise sollten mehrere Schädiger für den gemeinsam verursachten Schaden auch gemeinsam haften, schrieb die GLKB.

Expansionspolitik schief gelaufen

Die Kantonalbank hatte die Verantwortlichkeitsklage gegen ehemalige fünf Bankräte, drei Geschäftsleitungsmitglieder und die Revisionsstelle KPMG im Oktober 2011 eingereicht. Eingeklagt hat sie die Führungsorgane wegen einer aggressiven und letztlich erfolglosen Expansionspolitik unter dem ehemaligen Geschäftsleitungsvorsitzenden Bernt Arpagaus in den Jahren 2005 bis 2007.

Nach der gescheiterten, unfreundlichen Übernahme der Bank Linth brachten faule Kredite das Institut in Schieflage. 2008 musste die GLKB Wertberichtigungen von 97 Millionen Franken und einen Jahresverlust von 56,8 Millionen Franken ausweisen.

(sda/ise/hon)

Anzeige