Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weist für das erste Halbjahr 2015 dank des Verkaufs der Swisscanto-Beteiligung einen starken Rewingewinn-Anstieg aus. Während die Hypothekarforderungen weiter anstiegen, blieben die Kundengelder stabil. Gleichzeitig macht die Bank mit ihrer Online-Strategie vorwärts. Einen Ausblick für das Gesamtjahr bleibt sie indes schuldig.

Im ersten Halbjahr erhöhte sich der Betriebsertrag im Vergleich zum Vorjahr um 7,9 Prozent auf 29,4 Millionen Franken. Haupttreiber war der Erfolg des wichtigen Zinsengeschäfts, der um 10 Prozent auf 23,3 Millionen anstieg. Der Kommissionserfolg blieb bei 4,9 Millionen Franken konstant, während der Erfolg aus dem Handelsgeschäft 17 Prozent auf 1,2 Millionen anwuchs.

Verkauf der Swisscanto-Beteiligung

Der Geschäftsaufwand stieg mit einem Plus von 7,6 Prozent auf 18,6 Millionen an. Dafür seien ein etwas höherer Personalbestand, höhere Marketingaufwendungen sowie leicht höhere Abgeltungskosten für die Staatsgarantie verantwortlich gewesen, teilte die seit Juni 2014 an der Schweizer Börse kotierte Bank am Montag mit.

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Während sich der Bruttogewinn im ersten Halbjahr lediglich um 8,4 Prozent auf 10,8 Millionen Franken erhöhte, kletterte der Reingewinn dank des Einmaleffekts um 48 Prozent auf 11,4 Millionen Franken. Durch den Verkauf der Swisscanto-Beteiligung an die Zürcher Kantonalbank war im ersten Quartal ein ausserordentlicher Ertrag von 3,1 Millionen Franken angefallen.

Schwieriges Marktumfeld

Das Hypothekargeschäft konnte weiter ausgebaut werden: Die Forderungen stiegen seit Ende 2014 um 5,8 Prozent auf neu 3,81 Mrd Franken. Das Wachstum ist laut Mitteilung in beiden Hauptvertriebskanälen Direkt- und Onlinevertrieb gut abgestützt. Die Kundengelder konnten per Ende Juni «trotz schwierigem Marktumfeld» bei rund 3,05 Mrd Franken gehalten werden. Im ersten Quartal hatten sie sich zunächst rückläufig entwickelt.

Mit Blick auf das Gesamtjahr gibt das Unternehmen zwar grundsätzlich keinen Ausblick. «Wir sehen uns aber gut aufgestellt, um die Herausforderungen auch im zweiten Halbjahr erfolgreich zu meistern», sagte GLKB-Sprecher Patrik Gallati auf Anfrage von AWP. Mit den Schwierigkeiten für die Branche würden sich gleichzeitig auch neue Chancen eröffnen, die es zu nutzen gelte.

2016 dürfte Kapitals aufgestockt werden

So hat die Kantonalbank jüngst ihre Service-Kanäle erweitert. Neu können Kunden über die mobilen Messaging-Dienste «WhatsApp« und «Swisscom iO» allgemeine Anfragen stellen. Fragen zum Login, zum E-Banking oder zu Konditionen der Produkte könnten so schnell beantwortet werden. Kurze Antwortzeiten und erweiterte Erreichbarkeit seien heute «wichtige Differenzierungsmerkmale», so die GLKB. Die Bank engagiert sich stark im Bereich Digitalisierung und ist innerhalb der Branche bekannt für ihre Angebote im Internet – wie die Online-Plattform für Hypothekenvergabe «hypomat.ch».

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Hier sehen die Analysten der ZKB auch den grössten Treiber für den Anstieg der Hypothekarausleihungen im Halbjahr. Wenn die Glarner Bank ihr Wachstum jedoch im aktuellen Ausmass aufrechterhalten will, dürfte 2016 eine Kapitalaufstockung notwendig werden, heisst es in einem Kommentar. Wegen des damit einhergehenden erhöhten Streubesitzes müsse solch eine Massnahme am Markt aber nicht negativ aufgenommen werden.

Ausblick für das Gesamtjahr

Insgesamt sieht der Analyst die Bank auf dem richtigen Weg, die hohen Erwartungen für 2015 zu erfüllen. Der Abschluss zum Halbjahr entspreche bereits den Erwartungen und dürfte den Aktienkurs daher nicht entscheidend treiben, so der Analyst. Für das Gesamtjahr rechnet er mit einem um 7 Prozent höheren Bruttogewinn von 22,5 Millionen.

An der Börse geben Glarner KB gegen 9.55 Uhr 0,5 Prozent auf 18,90 Franken nach - in einem insgesamt freundlichen Markt (SPI: +0,4 Prozent). Die seit gut einem Jahr kotierte Aktie erreichte im Juni 2015 den höchsten Stand von 19,90 Franken. Die Aktien waren zu einem Angebotspreis von 17,50 Franken platziert worden.

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(awp/me)