«Die Schweizer sollten stolz auf Glencore sein, denn wir sind eine Erfolgsgeschichte», sagt Glencore-Chef Ivan Glasenberg im Gespräch mit der «Neuen Zürcher Zeitung».

«Wir fördern die Produktion von Rohwaren, die die Welt braucht», so Glasenberg. Glencore kaufe Rohwaren in einem Land ein, verschiffe sie in ein anderes und erleichtere so den Warenhandel. «Der Nettoeffekt kommt der Welt zugute.»

Sie seien nicht die Spekulanten, die die Rohstoffpreise in die Höhe trieben, sagt der CEO. Vielmehr sorge Glencore dafür, dass immer genügend Rohstoffe für die Weltwirtschaft vorhanden seien.

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Umstrittenes Afrika-Engagement

Das Unternehmen sei auch in «schwierigen» Regionen wie Afrika tätig. Dabei halte sich Glencore überall an die lokalen Gesetze. Sie täten überall mehr, als sie müssten, sagte der Konzernchef. Beispielsweise finanziere Glencore Schulen in Sambia oder baue ein Fussballstadion und Spitäler im Kongo.

Glencores Tätigkeit in Afrika sei gut für diese Entwicklungsländer und auch gut für die Welt. «Wenn wir Afrika nicht entwickeln, hat die Welt ein Problem, denn China und Indien brauchen Rohstoffe.» Ohne ein ausreichendes Angebot an Rohwaren drohe Inflation, und der Lauf der Weltkonjunktur wäre gefährdet, sagte Glasenberg.

Erst vergangene Woche hatten die kirchlichen Entwicklungsorganisationen «Brot für alle» und «Fastenopfer» kritisiert, dass etwa der kongolesische Staat und die lokale Bevölkerung kaum vom Engagement der Rohstoffkonzerne profitieren würden: «Rohstoffunternehmen wie Glencore nutzen allerlei Tricks und Schlupflöcher, um Steuern und Abgaben zu umgehen», hiess es in einer Mitteilung.

Umsatz von rund 145 Milliarden Franken

Im Mai platzierte Glencore (Aktienkurs Glencore) knapp 17 Prozent seiner Aktien an den Börsen von London und Hongkong. Der Anteil der Publikumsaktionäre werde steigen, sagte der in der Schweiz eingebürgerte Südafrikaner. «Ich wäre sehr erstaunt, wenn in zehn, fünfzehn Jahren die Aktienmehrheit am Unternehmen noch in den Händen der Mitarbeiter sein sollte.»

Glencore ist gemäss der Wirtschaftsauskunftei Dun&Bradstreet gemessen an seinem Umsatz von rund 145 Milliarden Franken das grösste Unternehmen der Schweiz.

Der Konzern wurde 1974 vom Rohstoffhändler Marc Rich gegründet und wird bislang von fast 500 Partnern kontrolliert, die nach dem Börsengang bis zu fünf Jahre lang keine Aktien verkaufen dürfen. Das Unternehmen mit Sitz in Baar ZG besitzt auf der ganzen Welt Bergwerke, Raffinerien, Eisenhütten und Weizensilos.

(tno/laf/sda)