ABSOLVENTEN. Er ist ein Dauerbrenner bei Gesprächen unter Managern: Der War for Talents. Die Wirtschaft boomt, und in den Augen vieler liegt der Bremsklotz für noch erfreulichere Ergebnisse nicht im Absatzmarkt, sondern in den Unternehmen selber, die zu wenig Kaderleute und Spezialisten rekrutieren können. Genauer gesagt: Zu wenig hervorragende.

Denn mit dem Ringen um Talente sind nicht pauschal alle Studienabgängerinnen und -abgänger gemeint. Trotz der florierenden Wirtschaft ist der Wettbewerb globaler und damit auch härter geworden. Die Zeiten, in denen das Geld in den Taschen der Personalverantwortlichen locker sass, sind vorbei. Wenn Unternehmen für gesuchte Leute viel Geld zu zahlen bereit sind, folgen sie mit ihren Lohnversprechen nur den Marktbedingungen von Angebot und Nachfrage: Knappe Güter sind teuer.Aber was teuer eingekauft wird, muss sich unter den herrschenden Bedingungen rasch bezahlt machen. Will heissen: Wer als Studienabsolventin oder -absolvent Karriere machen will, muss auch viel zu leisten bereit sein. Denn die Büroturmfassaden sind aus Glas und nicht aus Elfenbein. Durch das transparente Material hindurch wird die (Nicht-)Leistung sichtbar. Der Arbeitsmarkt liegt den Studenten also nicht einfach zu Füssen.Kommt dazu, dass die Suche nach Studienabsolventinnen und -absolventen globaler geworden ist. Viele Unternehmen – unter ihnen auch zunehmend die mittelgrossen – suchen im internationalen Umfeld. Was der Schweizer Markt nicht hergibt, wird andernorts «eingekauft».

Erfolg durch Vernetzung

Das sind durchaus keine schlechten Nachrichten für alle, die oft abschätzig als die Gruppe der «Altphilologen» und «Ethnologen» apostrophiert werden. Denn auch sie haben intakte Chancen in der «harten» Wirtschaft, wenn sie ihre potenziellen Arbeitgeber davon überzeugen können, dass sie flexibel und leistungsfähig sind, geistig gewandt und sozialkompetent. Denn im Gegensatz zu diesen Fähigkeiten kann Fachwissen zur Not auch kurzfristig vermittelt werden.Ein wichtiger Aspekt für die Studentinnen und Studenten ist ist ihre Vernetzung – die berufliche noch mehr als die private. Geschäftsbeziehungen kommen am leichtesten zustande, wenn es Vertrauen gibt, und dafür steht Networking. Studentenverbindungen, Studentenportale, wie etwa das renovierte «students.ch» und der Alumni-Clubs, sind da nur Beispiele. Wer ihr Potenzial nicht nutzt, wird von den Suchenden trotz allem schlicht zu wenig wahrgenommen.

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