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Notbremse
Glencore befeuert Aktienkurs mit Sparplänen

Sitz von Glencore in Zug: Der Konzern leidet unter den gesunkenen Rohstoffpreisen. Bloomberg

Der angeschlagene Rohstoffkonzern muss seine Schulden senken. Die Streichung der Dividende und eine Kapitalerhöhung sollen nun Glencore aus der Patsche helfen. Die Aktie geht durch die Decke.

Veröffentlicht am 07.09.2015

Glencore plant aufgrund der schwachen Rohstoffmärkte umfangreiche Massnahmen um seine Schulden zu reduzieren. Dazu zählen eine Kapitalerhöhung im Volumen von bis zu 2,5 Milliarden Dollar, die Streichung von Dividendenzahlungen, Kostensenkungen und der Verkauf von Unternehmensteilen, wie das Unternehmen mitteilt.

Von der geplanten Kapitalerhöhung seien 78 Prozent bereits von der Citi und Morgan Stanley garantiert worden, heisst es weiter. Zudem sichert das Top-Management von Glencore, inklusive CEO, CFO und verschiedene Verwaltungsratsmitglieder, zu, die restlichen 22 Prozent zu zeichnen. Weitere Details zu der geplanten Kapitalerhöhung sollen zu gegebener Zeit bekannt gegeben werden.

Weitere Massnahmen von bis zu 7,7 Milliarden Dollar

Das Volumen der weiteren bis Ende 2016 geplanten Massnahmen wird auf bis zu 7,7 Milliarden Dollar beziffert. Dazu zählen die Aussetzung der Schlussdividende 2015 (Volumen 1,6 Milliarden Dollar) sowie der Zwischendividende 2016 (0,8 Milliarden). Weitere 1,5 Milliard sollen durch eine Reduktion des Working Capital erzielt werden. Mit dem Verkauf von Unternehmensteilen und Beteiligungen will Glencore weitere 2,0 Milliard Dollar vereinnahmen.

Die Reduktion der langfristigen Verbindlichkeiten soll zwischen 500 und 800 Millionen Dollar an niedrigeren Kosten bringen. 500 Millionen bis zu 1 Milliarde Dollar soll durch geringere Investitionen erzielt werden.

Agrargeschäft auf dem Prüfstand

Auf der operativen Seite werden die Aktivitäten der Minen Katanga und Mopani überprüft, wie es weiter heisst. Dabei bestehe auch die Möglichkeit der Einstellung der Produktion bis zur Umsetzung der geplanten Kostensparmassnahmen. Ein Produktionsstopp von rund 18 Monaten würde das Kupferangebot auf dem Markt um rund 400'000 Tonnen vermindern, schreibt Glencore weiter.

Laut der Agentur Bloomberg zieht Glencore auch den Verkauf von Teilen seines Agrargeschäfts in Betracht. Es gebe «ziemlich viel Interesse» von chinesischen nd japanischen Staatsfonds an Nahrungsmittelrohstoffen, sagte Finanzchef Steve Kalmin im Telefoninterview mit Bloomberg.

Aktie gesucht

Den Anlegern scheinen die Pläne von Glencore zu gefallen. An der Londoner Stock Exchange legten die Papiere am Montagmorgen stark zu. Nachdem die Titel über 11 Prozent gestiegen waren, notierten sie am frühen Nachmittag immer noch 6 Prozent im Plus.  

(awp/dbe/hon)

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