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Glencore drückt beim Schuldenabbau aufs Gas

Glencore-Sitz in Baar: Der Rohstoffkonzern muss sparen. Keystone

Der Rohstoffkonzern hat im letzten Quartal weniger Kupfer und Kohle produziert. Mit der Reduzierung der Schulden kommt Glencore weiter voran.

Veröffentlicht am 04.11.2015

Der Rohstoff- und Minenkonzern Glencore hat im dritten Quartal 2015 mit der Kupferproduktion einen Rückgang um 2 Prozent auf 1,13 MillionenTonnen verzeichnet. Die Produktion von Kohle reduzierte sich um 8 Prozent auf 102,7 Millionen Tonnen und diejenige von Nickel um 8 Prozent auf 68'700 Tonnen.

Dagegen haben die Produktion von Zink um 13 Prozent auf 1,13 Millionen Tonnen und von Ferrochrom um 14 Prozent auf 1,07 Millionen Tonnen zugenommen, wie Glencore mitteilt.

Schulden reduzieren

Glencore ist derzeit daran, durch Devestitionen, geringere Investitionen und den Verzicht auf Dividenden die Schulden zu reduzieren. In Marktkreisen kamen in jüngster Zeit Befürchtungen auf, ob der Konzern angesichts der gefallenen Rohstoffpreise bei rückläufigen Einnahmen die Schulden noch bedienen könne.

Ein Kurssturz der Aktie veranlasste Ende vergangenen September das Unternehmen, in dieser Hinsicht Entwarnung zu geben. Man habe keine Finanzsorgen und sei genügend liquide, hiess es dazu.

Milliardenschwere Aktienplatzierung

Mit der heutigen Mitteilung gibt Glencore ein neues Update zum Zwischenstand beim Abbau der Schulden. Beim Ziel, die Schulden bis Ende 2016 in den tiefen 20er-Bereich gemessen in Milliarden Dollar reduzieren, seien grosse Fortschritte erzielt worden, heisst es. Nebst den bereits bekanntgegebenen Schritten seien in einer Aktienplatzierung am 16. September 2,5 Milliarden Dollar an Mitteln generiert worden.

Darüber hinaus seien beim Vertrieb 2,4 Milliarden Dollar eingespart worden, und die bereits in der Nacht bekanntgegebene Liefervereinbarung für Silber an die Silver Wheaton (Caymans) habe eine Vorauszahlung von 0,9 Milliarden Dollar gebracht. Eine weitere derartige «Streaming Transaction» sei in Vorbereitung. Glencore geht davon aus, noch vor dem Jahresende eine entsprechende Mitteilung zu publizieren.

Verkauf von Agrargeschäft

Ausserdem seien die Verkaufsprozesse für den Minderheitsanteil am Agrargeschäft sowie für die Kupferminen Lomas Bayas und Cobar eingeleitet worden. Materielle Fortschritte seien zudem beim Abbau der Umlaufvermögens sowie bei der Reduktion der langfristigen Schulden erzielt worden.

Per Ende September beliefen sich die verfügbaren flüssigen Mittel auf 13,8 Milliarden Dollar gegenüber 10,5 Milliarden per Ende Juni. Bis Ende 2015 sollen die Verbindlichkeiten bis auf rund 25 Milliarden Dollar reduziert werden.

Prognose bestätigt

Weiter bestätigt Glencore die Prognose für einen adjustierten Ebit von 2,5 bis 2,6 Milliarden Dollar für das Gesamtjahr 2015. Der Verkauf von Metallen und Mineralien sowie von Agrarprodukten seien im vergangenen Quartal stärker gewesen als davor.

(awp/dbe/ama)

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